Atik Infinity Colour-Kamera - Weitere Erfahrungen (Trockentests)

Einführung | Die Kamera reaktivieren ("Trockentests")... | Neuer "Trockentest" mit verschiedenen Teleskop-Tuben | Re-"Trockentest" mit verschiedenen Teleskop-Tuben | Trockentests weiterer Tuben | Fazit | Links

Auf dieser Seite stelle ich einige weitere Erfahrungen zusammen (ab Februar 2020 - bis März 2021), die ich mit meiner Atik Infinity Colour*-Kamera gesammelt habe (am 25. November 2017 als Gebrauchtkauf erhalten). In erster Linie beschreibe ich hier "Trockentests", in denen ich überprüfte, ob ich mit der Atik Infinity Kamera an verschiedenen Teleskoptuben in den Fokus komme oder nicht.

Es gab in dieser Zeit (bis März 2022) auch einige Tests bei Nacht, vor allem erste Ergebnisse mit meinen aktuellen Teleskopen, die ich auf einer weiteren Seite beschreibe.

Siehe auch Seite:

*) Normalerweise würde ich "Color" schreiben, weil ich versuche, Amerikanisches Englisch zu verwenden, aber Atik ist eine britische Firma und entsprechend heißt sie "Colour"...

 

Einführung

Zwei Jahre lang habe ich die Atik Infinity-Kamera nicht mehr benutzt und erst im Februar 2020 wieder ausgepackt, nachdem ich das eVscope erhalten hatte. In der Zeit vom Frühjahr 2018 bis dahin hatte ich hauptsächlich ohne GoTo beobachtet. Und außerdem war mir der Aufwand zu groß, den die Astrofotografie mit der Atik Infinity erfordert.

Fotos: Nur als Erinnerung an das Aussehen der Atik Infinity-Kamera...

Zunächst habe ich nur "Trockenübungen" gemacht, um die Kamera wieder in Gang zu bringen und um sie an neuen Teleskopen (PS 72/432 und C8 mit Fokalreduzierer) zu testen, ob die Kamera mit diesen überhaupt ein scharfes Bild erzeugen kann. Da ich die Kamera in Frühjahr 2020 an einen Sternfreund verleihen wollte, habe ich kurz vorher noch einen Nachttest mit ihr am C8 gemacht und dabei unterschiedliche Fokalreduzierer ausprobiert, allerdings nur in zwei Konfigurationen (siehe weiter unten)...

Im Dezember 2020 habe ich weitere "Trockenübungen" mit meinen neuen und älteren Teleskoptuben und der Atik Infinity vorgenommen. Die Quintessenz aller "Trockenübungen" habe ich am Ende dieser Seite zusammengefasst. Für viele Leser dürfte dies völlig ausreichen und sie können den größten Teil dieser Seite überspringen!

 

Die Kamera reaktivieren ("Trockentests")...

Da ich die Software für die Atik Infinity-Kamera immer wieder aktualiert habe, hatte ich zunächst nicht bei Atik auf der Website geschaut, ob es wieder eine neue Version gibt. Das war leider ein Fehler, wie sich später herausstellte...

Erster Versuch...

Am 9.2.2020 habe ich mein C8 mit Fokalreduzierer (f/6,3) auf der Star Discovery-Montierung "informell" aufgebaut und die Kamera einerseits am Teleskop und andererseits am Computer angeschlossen. Dabei wollte ich eigentlich mit Tageszielen testen, ob die Kamera mit dem Fokalreduzierer in den Fokus kommt und wenn ja, unter welchen Randbedingungen. Am neuen Laptop, der nur noch USB-C-Anschlüsse hat, wurden Adapter für das USB-Kabel benötigt. Zunächst, als ich einen steckerartigen USB-A-auf-USB-C-Adapter verwendete, wurde die Kamera überhaupt nicht erkannt. Als ich auf ein "Mini-Dock" wechselte, wurde die Kamera schließlich erkannt. Generell ist das Erkennen der Kamera immer wieder ein Problem, weil ich Windows auf einem MacBook unter Parallel Desktop betreibe.

Die Kamera wurde mit dem Mini-Dock zwar erkannt, lief im Finder- und Video-Modus aber immer nur für ein Bild (es wurde nichts angezeigt) und dann nicht mehr bis ich die Infinity-Software neu startete. Versuche mit der neuen Software Dusk unter Windows und MacOS führten zu nichts - dieses Programm ist zumindest bei mir unbenutzbar...

Ich habe zwar noch einige Fotos gemacht, um das Prinzip des Aufbaus festzuhalten, aber mehr war nicht drin..

Atik Infinity über f/6,3 Reducer/Corrector und 1,25" Visual Back an C8 angeschlossen (ging zunächst nur mit zusätzlichem Zenitspiegel)

Dito

Zweiter Versuch...

Am nächsten Tag habe ich weitergemacht, allerdings der Einfachheit halber mit dem PS 72/432-Refraktor auf der AZ-Pronto-Montierung. Zunächst das Gleiche! Anschließend habe ich im Internet danach gesucht, ob das Problem bekannt war. Dort ging es aber um andere Probleme, und ich kam nicht weiter. Zwischendurch habe ich auch die Atik-Website besucht, ohne fündig zu werden. Schließlich griff ich zum letzten Strohhalm, der Neuinstallation der Software. Auf der Download-Seite stand, dass man die alte Version deinstallieren soll, wenn man noch eine Version unter 5 hat, aber ich war bereits bei der Version 5. Trotzdem entschied ich mich, die alte Software zu deinstallieren. Das ging zwar nicht auf Anhieb, aber klappte schließlich. Auch bei der Installation der neuesten Software, gerade mal 3 Tage alt, gab es kleinere Probleme, die ich aber überwinden konnte. Dann startete ich die Software in der neuen Version, und siehe da, die Kamera ließ sich verbinden und funktionierte wieder! Ich war erleichtert! Die Kamera funktionierte sogar mit dem USB-A-auf USB-C-Adapter und natürlich auch mit dem Mini-Dock. Hätte ich doch gleich die neue Software installiert! Ich hatte später zwar immer mal wieder Probleme, die Kamera zu erkennen, aber das ist eben, siehe oben, meiner speziellen Rechner-Konfiguration zu verdanken. Nun konnte es an den Trockentest mit dem PS 72/432 gehen!

PS 72/432

Um es kurz zu machen: die Atik Infinity kam am PS 72/432 Refraktor von Omegon nur mit dem Omegon Amici-Prisma (2" auf 1,25") in dem Fokus, weder "ohne alles" noch mit dem 2"-Zenitspiegel von Omegon. Das gleiche Verhalten erhielt ich dann auch beim Einsatz eines 2-fach Fokalextenders von Explore Scientific, der die Länge des Lichtweges nicht zu verändern scheint. Das Ziel war zwar nicht im Unendlichen, aber weit weg, so dass ich annehme, dass ich diese Resultate am Himmel replizieren kann. Welches Gesichtsfeld ich mit und ohne Fokalextender habe, siehe unten!

C8 mit Fokalreduzier(n)

Obwohl es schon langsam dunkel wurde, machte ich noch einen "Schnelltest" mit meinem Celestron C8. Dazu legte ich ihn einfach auf eine Decke auf dem Tisch. Zunächst versuchte ich es mit dem Celestron f/6,3 Reducer/Corrector allein, später auch zusätzlich einen 2-fach Reduzierer von TS Optics, den ich in den Okularstutzen der Kamera schraubte (die Verlängerung dafür brachte nichts). Die Kamera kam mit dem Reducer/Corrector nur dann in den Fokus, wenn ich den 1,25"-Zenitspiegel von Celestron verwendete. Dies war auch der Fall, wenn ich zusätzlich den TS-Reduzierer einsetzte - und es funktionierte in diesem Fall auch ohne den Zenitspiegel. Das Ziel war zwar nicht im Unendlichen, aber weit weg, so dass ich annehme, dass ich diese Resultate am Himmel replizieren kann.

Mit f/6,3 Reducer/Corrector

Mit f/6,3 Reducer/Corrector und 2x-Reduzierer

Zwischenstand - Fokus oder nicht?

Hinweis: Siehe weiter unten für aktuellere Fokustests!

Gesichtsfeld

Einfache Messungen zeigten, dass sich das Gesichtsfeld beim C8 mit dem 2-fach Reduzierer tatsächlich etwa verdoppelt. Die folgende Grafik (mit astronomy.tools berechnet) zeigt die Gesichtsfelder für unterschiedliche Bedingungen (mit Explorer 150PDS zum Vergleich):

Und hier zusätzlich mit dem PS 72/432 (orange):

Hinweis: Am 15.3.2020 (am nächsten Tag wollte ich die Kamera für einige Zeit an einen Sternfreund verleihen) habe ich einen ersten "Nachttest" mit der Atik Infinity-Kamera am Celestron C8 vorgenommen (siehe hier).

 

Neuer "Trockentest" mit verschiedenen Teleskop-Tuben

Am 14.12.2020 habe ich am Tage den Test vom Februar wiederholt. Die Frage war wieder, ob ich bei meinen aktuellen Teleskop-Tuben mit der Atik Infinity-Kamera in den Fokus komme. Zum einen war der erste Test nicht vollständig, zum anderen fehlte ein neuer Teleskop-Tubus, der TLAPO1027, im ersten Test und schließlich hatte ich inzwischen meinen 0,5-fach Reduzierer (TS) verkauft. Am neuen Test nahmen die beiden Refraktoren PS72/432 und TLAPO1027 teil sowie der C8 unter vereinfachten Bedingungen. Die beiden Refraktoren hatte ich dazu auf der AZ Pronto-Montierung montiert, den C8 habe ich einfach nur auf den Tisch gelegt und eine Decke untergelegt. Diesmal habe ich die Refraktor-Tuben auch mit 1,25"-Zubehör getestet, das C8 nur mit 1,25"-Zubehör.

Bei den Refraktoren habe ich die folgenden Bedingungen getestet:

Das C8 habe ich nur unter den "einfachsten" Bedingungen getestet:

Bei allen Tests habe ich die Kamera auf das Dach eines etwas weiter ab stehenden Hauses gerichtet. Ich habe zwar scharf gestellt und auch geprüft, ob in beiden Einstellrichtungen "Raum" ist, aber aus Zeitgründen nicht auf allerbeste Schärfe geachtet.

Ergebnisse

Erfolgreiche Kombinationen habe ich kursiv dargestellt.

Achtung: 1,25"-Omegon-Reduzierer = 2"-auf-1,25"-Reduzierstück (kein Brennweitenreduzierer!)

PS72/432

*) Mit Hilfe einer Verlängerungshülse würde man vielleicht auch ganz ohne Zenitspiegel/Amici-Prisma in den Fokus kommen können. >> Dies ist in der Tat der Fall, siehe weiter unten!

Hier empfiehlt sich der Lacerta-Zenispiegel, weil er dielektrisch ist.

TLAPO1027

*) Mit Hilfe einer Verlängerungshülse würde man vielleicht auch ganz ohne Zenitspiegel/Amici-Prisma in den Fokus kommen können. >> Dies ist in der Tat der Fall, siehe weiter unten!

Das TLAPO1027 erweist sich als problemloser als das PS 72/432, was die Schärfe angeht. Ich vermute, dass 2"-Zenitspiegel bei einer Kamera mit 1,25"-Zoll-Anschluss keinen Vorteil bringen und würde deshalb auch den Lacerta-Zenitspiegel einsetzen.

C8

Für eine Kamera mit 1,25"-Anschluss sind diese beiden Varianten die einfachste Lösung! Ich kann das Ergebnis des vorigen Tests nicht bestätigen, dass ein Zenitspiegel benötigt wird, um mit dem f/6,3-Reducer/Corrector in den Fokus zu kommen.

Fotos zur Illustration (Auswahl)

PS 72/432 mit 1,25"-Zenitspiegel

PS 72/432 mit 2"-Zenitspiegel

TLAP1027 mit 2"-Zenitspiegel

Ergebnis bei Foto darüber

Ergebnis bei Foto darüber (unscharf)

Ergebnis bei Foto darüber

C8 mit 1,25"-Visual Back und f/6,3 Reducer/Corrector

C8 mit 1,25"-Visual Back

C8 mit 1,25"-Visual Back

Ergebnis bei Foto darüber

Ergebnis bei Foto darüber

 

Re-"Trockentest" mit verschiedenen Teleskop-Tuben

Am 16.12.2020 habe ich den "Trockentest", ebenfalls am Tage, wiederholt. An diesem Test nahmen das C8 sowie meine beiden Refraktoren PS72/432 und TLAPO1027 teil.

Celestron C8

Beim C8 wollte ich vor allem diejenigen Ergebnisse überprüfen und ggf. bestätigen, die im Widerspruch zu den Ergebnissen vom Februar standen. Das C8 habe ich einfach nur auf den Tisch gelegt und eine Decke untergelegt. Ich habe es nur mit 1,25"-Zubehör getestet.

C8 mit 1,25"-Visual Back

Aufbau und Ergebnis

 

C8 mit 1,25"-Visual Back und f/6,3 Reducer/Corrector

C8 mit 1,25"-Visual Back und f/6,3 Reducer/Corrector

Aufbau und Ergebnis

Refraktoren

Bei den Refraktoren wollte ich mit Hilfe einer Papprolle testen, wie weit die Kamera nach hinten versetzt werden muss, bis sie in den Fokus gelangt. Die beiden Refraktoren habe ich wiederum einfach nur auf den Tisch gelegt und eine Decke untergelegt. Ich habe sie ganz ohne Zubehör, eben nur mit einer Papprolle, getestet.

PS 72/432 mit Papprolle als Abstandshalter

Dito mit Ergebnis

Dito mit verkürzter Rolle

Dito mit Ergebnis

Dito mit Ergebnis und Zollstock

Dito mit Zollstock aus der Nähe

TLAPO1027 mit Papprolle als Abstandshalter

Dito mit Ergebnis

Dito mit Ergebnis, Übersicht

Aufgrund der Resultate mit der Papprolle habe ich auf Empfehlung eines Sternfreundes einen Satz T2-Verlängerungshülsen von Explore Scientific (mehrteilig, maximal 8 cm) erworben. Am 24.12.2020 habe ich sie einem "Trockentest" unterzogen, und sie funktionieren:

TLAPO1027 mit T2-Verlängerungshülsen, Übersicht

TLAPO1027 mit T2-Verlängerungshülsen

Ergebnis

PS 72/432 mit T2-Verlängerungshülsen, Übersicht

PS 72/432 mit T2-Verlängerungshülsen

Ergebnis

PS 72/432 mit T2-Verlängerungshülsen, Übersicht

Atik Infinity mit T2-Verlängerungshülsen

 

 

"Trockentests" weiterer Tuben

In einem weiteren "Trockentest" (18.12.2020) habe ich überprüft, ob sich die Atik Infinity am neu erworbenen C5-Tubus (5"-Schmidt-Cassegrain) mit und ohne Reducer/Corrector sowie mit dem ähnlichen Skymax-127 (5"-Maksutov-Cassegrain) ohne Reduzierer betreiben läßt. Dies war der Fall, wie die folgenden Fotos zeigen:

C5 mit 1,25"-Visual Back und f/6,3 Reducer/Corrector

C5 mit 1,25"-Visual Back und f/6,3 Reducer/Corrector

Ergebnis für C5R

C5 mit 1,25"-Visual Back

C5 mit 1,25"-Visual Back

Ergebnis für C5

C5 mit 1,25"-Visual Back

Skymax-127 mit 1,25"-Visual Back

Dito

Dito

Ergebnis für Skymax-127

 

 

Fazit

Die Trockentests sollten dazu dienen, die Bedingungen zu finden, unter denen ich mit der Atik Infinity an meinen aktuellen Teleskop-Tuben in den Fokus komme. Im folgenden eine Zusammenfassung der Ergebnisse!

Fokus oder nicht?

 

Links

 

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15.04.2022