Vaonis Vespera - Topaz DeNoise AI

Einführung | Übersicht über Topaz DeNoise | Rauschminderung | Verkleinerung der Sterne | Schärfung des Objekts | Homogenisierung farbiger/schwarzer Flächen | Testfall: NGC 2244 mit und ohne Filter | Testfall: NGC 2174 mit und ohne Filter | Fazit | Links

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Auf dieser Seite stelle ich meine ersten Erfahrungen zusammen, die ich mit Rauschminderungsprogramm Topaz DeNoise AI gesammelt habe, als ich Vespera-Fotos bearbeitet habe.

Für Versuche mit eVscope-Fotos siehe Seite Unistellar eVscope - Topaz DeNoise AI.

Hinweis: Im Juni 2024 verkaufte ich mein Vaonis Vespera Smart Telescope. Deshalb kann ich hier keine weiteren Erfahrungen damit mehr berichten.

 

Einführung

Auf dieser Seite möchte ich meine ersten Erfahrungen vorstellen, die ich bei der Bearbeitung von Fotos, die ich mit dem Vaonis Vespera aufgenommen habe, mit der Rauschunterdrückungsanwendung Topaz DeNoise AI (im Folgenden DeNoise oder DN) gesammelt habe. Ich habe diese Anwendung im März 2023 gekauft und sie zunächst auf verschiedene in der Vergangenheit aufgenommene Fotos angewandt, um ein Verständnis für die Wirksamkeit und "Effekte" der Anwendung zu bekommen.

Hinweis: Auch wenn Topaz empfiehlt, Fotos zuerst zu entrauschen und erst dann weiter zu bearbeiten, habe ich meisten Bilder in einer bereits bearbeiteten Variante entrauscht, um Arbeit zu sparen (und die undokumentierte Nachbearbeitung zu erhalten).

DeNoise bietet 4 alternative KI-Modelle zur Rauschminderung an: Standard, Clear, Low Light und Severe Noise. Die Variante Clear eignet sich angeblich am besten für glatte Flächen, wie sie in galaktischen Nebeln auftreten. Deshalb habe ich anfangs nur dieses Modell angewendet. Bei genauerem Hinsehen ergab sich jedoch, dass man jedes Mal schauen sollte, welches Modell die besten Ergebnisse liefert (und mit welchen Einstellungen). Neben dem Effekt des Entrauschens kann die Bearbeitung mit DeNoise jedoch noch weitere Effekte zeigen:

Das Ausmaß dieser Effekte hängt vom verwendeten Modell ab, und es lohnt sich meiner Meinung nach, auf diese Effekte zu achten.

Übrigens sollte man auch beachten, dass DeNoise Artefakte erzeugen kann, vor allem das KI-Modell Severe Noise! Um das zu überprüfen, sollte man die Objekte ausreichend vergrößern.

Im folgenden möchte ich keine Anleitung zum Gebrauch von DeNoise geben (es ist recht einfach anzuwenden...), sondern nur seine Wirkungen/Effekte anhand von Bildbeispielen zeigen.

Hinweis: Am besten klickt man in die "vorher"- und "nachher"-Fotos, um diese in verschiedenen Browser-Tabs anzuzeigen. Anschließend kann man die Fotos gut vergleichen, indem man zwischen den Browser-Tabs hin- und herwechselt.

 

Übersicht über Topaz DeNoise

Nachdem man ein Foto in DeNoise geladen hat, ist es am einfachsten, sich zunächst alle 4 KI-Modelle parallel anzeigen zu lassen:

Hier habe ich die Modell-Vorschauen noch etwas größer dargestellt, so dass vielleicht schon Unterschiede zwischen ihnen zu erkennen sind:

In diesem Fall habe ich mich für das Clear-Modell entschieden und zwar in einer automatischen Einstellung (siehe oberes Bild). Nicht immer ist die Entscheidung für eines der Modelle leicht, und es hilft sehr, die Objekte in verschiedenen Größen zu betrachten. Nach der Auswahl des Modells kann man dann die entsprechende Variante speichern; der Dateiname wird um die Modell-Variante ergänzt (klappt nicht immer...).

In meiner Galerie hatte ich mich allerdings für das Modell Low Light entschieden. Hier das in PSE bearbeitete "Original" und das Ergebnis der Bearbeitung mit DeNoise:

    

B 33 und NGC 2024, 29.1.2023 - groß, 5700s, bearbeitet, gedreht (PSE)

 

Dito - groß, Foto links mit DN nachbearbeitet (Low Light)

 

Rauschminderung

Ich habe DeNoise wegen seiner "Hauptfunktion", der Rauschminderung erworben. Im Vergleich zur Rauschminderung in PSE geht DeNoise wesentlich mehr "zur Sache" und macht mit seinen 4 KI-Modellen Vorschläge dafür, die sich durch Änderung von Parametern noch optimieren lassen (meistens wähle ich die automatische Einstellung). Im folgenden zeige ich Beispiele für die Rauschminderung (weitere Beispiele siehe Seite Foto-Galerie (schönste Fotos)).

M 78 (Orion)

    

M 78, 7.2.2023 - Original, 2120 s

 

Dito - groß, Foto links bearbeitet (DN)

IC 2177 (Seemövennebel; Monoceros)

    

IC 2177, 12.2.2023 - Original, 1430s

 

Dito - groß, Foto links bearbeitet (PSE, DN)

NGC 2024 (Flammennebel; Orion)

    

NGC 2024, 29.1.2023 - Original, 880s

 

Dito - groß, Foto links bearbeitet (PSE, DN)

NGC 7293 (Helixnebel; Aquarius)

    

NGC 7243, 1.11.2022 - Original, 1800s

  Dito - groß, Foto links bearbeitet (PSE, DN)

 

Verkleinerung der Sterne

Wenn ich meine Vespera-Fotos mit den von Vaonis veröffentlichten vergleiche, fällt sofort auf, dass die Sterne auf den Vaonis-Fotos kleiner sind. (Eine Anfrage von mir wurde auch entsprechend beantwortet.) Inzwischen habe ich mir einige Videos angesehen, um zu erfahren, wie man dazu in Photoshop oder GIMP vorgeht. Und ich muss gestehen, dass mir dies etwas zu viel Aufwand ist...

Wie kann man also Sterne ohne viel Arbeitsaufwand verkleinern? Die erste Methode, die ich zufällig entdeckt habe war, Rauschfilter von Adobe PSE (Helligkeit interpolieren...; Staub und Kratzer...) in der schwächsten Stärke auf ein Foto anzuwenden. Das hilft ein bißchen, aber mir ist nicht klar, welche "Nebenwirkungen" dies hat.

Inzwischen habe ich feststellen können, dass DeNoise auch Sterne verkleinern kann (aber nicht muss). Dazu muss man die verschiedenen Modelle vergleichen und das geeignetste Foto aussuchen (auch hier sind "Nebeneffekte" möglich...). Im Vergleich scheint die erstgenannte Methode stärker zu wirken...

Die einfachste, aber nicht ganz billige Variante, auf die ich gestoßen bin, ist der Dual Band-Filter für das Vespera, der die Sterne merklich verkleinert. Allerdings ist dieser primär für Nebel vorgesehen; er soll aber auch bei Kugelsternhaufen einen entsprechenden Effekt zeigen. Der Lichtverschmutzungsfilter für das Vespera scheint nach meinen ersten Erfahrungen keine Verkleinerung von Sternen zu bewirken.

Im Folgenden zeige ich Beispiele, die zeigen, welchen Effekt DeNoise auf die Größe von Sternen hat (möglicherweise ist dies durch eine Schärfung in DeNoise verursacht). Manchmal werden die runden Sterne dabei etwas "quadratisch"...

M 16 (Adlernebel; Serpens)

    

M 16, 1.11.2022 - Original, 1800s

 

Dito - groß, Foto links bearbeitet (DN)

Schwacher Effekt, wenn man zwischen den Bildern hin- und herwechselt. Man sieht vor allem einen Effekt bei den kleinen Hintergrundsternen.

M 33 (Triangulum-Galaxie; Triangulum)

    

M 33, 30.10.2022 - Original, 2690s

 

Dito - groß, Foto links bearbeitet (DN)

Schwacher Effekt, wenn man zwischen den Bildern hin- und herwechselt. Man sieht vor allem einen Effekt bei den kleinen Hintergrundsternen.

NGC 7635 (Bubble Nebula; Cassiopeia) und M 52 (Cassiopeia)

    

NGC 7635 und M 52, 25.8.2022 - Original, 940s

 

Dito - groß, Foto links bearbeitet (DN)

Schwacher Effekt, wenn man zwischen den Bildern hin- und herwechselt. Man sieht vor allem einen Effekt bei den kleinen Hintergrundsternen.

 

Schärfung des Objekts

Einige Nebel (M42, ...) fand ich etwas "unscharf", als ich mir meine Vespera-Fotos ansah. Als ich diese Fotos in DeNoise bearbeitete, fiel mir auf, dass sie häufig nach Anwenden eines DeNoise-Modells erkennbar schärfer aussahen als vorher (verbunden wohl auch mit einer leichten Verkleinerung der Sterne). So wurden aus eher enttäuschenden Fotos, welche, die ich durchaus akzeptabel fand. Im folgenden einige Beispiele! Der Effekt ist deutlicher, wenn man die großen Versionen aufruft.

M 17 (Omega-/Schwanennebel; Sagittarius)

    

M 17, 16.8.2022 - Original, 920s

 

Dito - groß, Foto links bearbeitet (DN)

M 42/43 (Orionnebel; Orion)

    

M 42/43, 18.1.2023 - Original, 640s

 

Dito - groß, Foto links bearbeitet (PSE, DN)

 

Homogenisierung farbiger/schwarzer Flächen

Auf Nebelfotos mit viel Rauschen wirken die farbigen Nebelflächen oft "granuliert". DeNoise homogenisiert diese Flächen, weil es aufgrund der verwendeten KI-Modelle Muster vervollständigen kann. Natürlich kann man darüber streiten, was noch echt ist, aber das muss jeder selbst entscheiden... Dieser Effekt wirkt sich auch auf den dunklen Hintergrund aus und reduziert auch ein wenig die Spuren, die von der Kompensation der Feldrotation herrühren (walking pattern noise; siehe M 101).

Anbei einige Beispiele!

M 45 (Plejaden; Taurus)

    

M 45, 6.2.2023 - Original, 2440s, Mosaik

 

Dito - groß, Foto links bearbeitet (PSE, DN)

M 101 (Feuerrad-Galaxie; Ursa Major)

    

M 101, 7.8.2022 - Original, 1910s

 

Dito - groß, Foto links bearbeitet (DN)

B 33 (Pferdekopfnebel; Orion) mit NGC 2024 (Flammennebel; Orion)

    

B 33 und NGC 2024, 29.1.2023 - groß, 5700s, bearbeitet, gedreht (PSE)

 

Dito - groß, Foto links mit DN nachbearbeitet

NGC 1499 (California Nebula; Perseus)

    

NGC 1499, 7.2.2023 - groß, 4160 s, Mosaik, bearbeitet (PSE)

 

Dito - groß, Foto links bearbeitet (DN)

NGC 2024 (Flammennebel; Orion)

    

NGC 2024, 29.1.2023 - groß, 880s, bearbeitet (PSE)

 

Dito - groß, Foto links bearbeitet (DN)

 

Testfall: NGC 2244 mit und ohne Filter

Im folgenden zeige ich Fotos von NGC 2244 (OS im Rosettennebel und Nebel), die ich ohne und mit Filter (CLS, Dual Band) aufgenommen und mit Topaz Denoise AI nachbearbeitet habe.

    

NGC 2244 + Rosettennebel, 3.4.2023 - groß, Mosaik, ohne Filter, bearbeitet

 

Dito - groß, Foto links mit DN bearbeitet

    

NGC 2244 + Rosettennebel, 3.4.2023 - groß, Mosaik, CLS-Filter bearbeitet

 

Dito - groß, Foto links mit DN bearbeitet

 

NGC 2244 + Rosettennebel, 3.4.2023 - groß, Mosaik, Dual Band-Filter, bearbeitet

 

Dito - groß, Foto links mit DN bearbeitet

 

Testfall: NGC 2174 mit und ohne Filter

Im folgenden zeige ich Fotos von NGC 2174 (Affenkopfnebel), die ich ohne und mit Filter (CLS, Dual Band) aufgenommen und mit Topaz Denoise AI nachbearbeitet habe.

    

NGC 2174, 5.4.2023 - groß, Mosaik, 35min, bearbeitet

 

Dito - groß, Foto links mit DN bearbeitet

    

NGC 2174, 5.4.2023 - groß, Mosaik, CLS-Filter, 35min, bearbeitet

 

Dito - groß, Foto links mit DN bearbeitet

 

NGC 2174, 5.4.2023 - groß, Mosaik, Dual Band-Filter, 35min, bearbeitet

 

Dito - groß, Foto links mit DN bearbeitet

Beim mit dem Dual Band-Filter aufgenommenen Foto ist DeNoise nicht in der Lage, das Rauschmuster zu eliminieren.

 

Fazit

Topaz DeNoise AI kann dank einer Reihe von "Effekten" Vespera-Fotos deutlich verbessern, aber es kann auch neue Störungen erzeugen. Man sollte also etwas mit den einzelnen Modellen "herumspielen", um die beste Lösung zu finden. Jedenfalls kann DeNoise nicht nur das Objekt verbessern, sondern auch den Hintergrund und in geringerem Maße auch die Sterne, was alles sehr willkommen ist, wenn man nicht allzuviel Aufwand bei der Nachbearbeitung seiner Astronomiefotos betreiben will.

Hinweis: Im Juni 2024 verkaufte ich mein Vaonis Vespera Smart Telescope. Deshalb kann ich hier keine weiteren Erfahrungen damit mehr berichten.

 

Links

 

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11.06.2024