Unistellar eVscope - Mehr Erfahrungen (V. 1.0)

Einführung | Die neue App-Version (Version 1.0.0) | Allererste Fotos mit der neuen App-Version | Veränderungen mit Version 1.0.3: Overlay kann weggelassen werden, Rechteck-Format möglich | Laden des eVscopes | Galerie | Kleine Fehlersammlung | Fazit zu Version 1.0 | Links

Auf dieser Seite stelle ich Erfahrungen (ohne Beobachtungen) mit meinem elektronischen 4,5"-Newton-Teleskop Unistellar eVscope zusammen (Mitte November 2017 bei Kickstarter beteiligt, am 27.1.2020 eingetroffen). Auf dieser zweiten Erfahrungseite geht es um Erfahrungen mit der App-Version 1.0 (ab dem 12.3.2020). Vielleicht sind sie auch nützlich für andere, die sich das eVscope zulegen möchten...

Hinweis: Ein generelles Fazit zum eVscope nach 3 Monaten Besitz, das sich auf die App-Version 1.0 stützt, ziehe ich auf Seite Unistellar eVscope - Erstes Fazit (Version 1.0).

Weitere Hinweise: Siehe Seite Übersicht der eVscope-Seiten für genau dieses! Für eine detaillierte Übersicht des Versionsverlaufes siehe Seite App-Versionsverlauf.

 

Einführung

Fotos: Mein eVscope (Ende Januar 2020)

Bitte Zuerst Lesen!

Mein eVscope traf Ende Januar 2020 bei mir zu Hause ein. In den ersten Wochen betrieb ich es mit einer App, die eine Versionsnummer unter 1.0 besaß. Über meine Erfahrungen mit dieser frühen App-Version berichte ich auf der Seite Unistellar eVscope - Erste Erfahrungen (V. 0.9).

Hinweis: Wer bereits mit einer neueren App-Version einsteigt, braucht die genannte Seite nicht zu lesen.

Die folgenden beschriebenen Erfahrungen beruhen auf der App-Version 1.0 (1.0.0 bis 1.0.6) und beziehen sich teilweise auf Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Zustand, teilweise aber auch auf Änderungen, die im Laufe dieser Version vorgenommen wurden. Version 1.0.0 war noch recht instabil, und es wurden schnell drei Aktualisierungen nachgeschoben (1.0.1, 1.0.2 und 1.0.3). Möglicherweise haben diese auch die Stabilität erhöht. Version 1.0.3 erlaubt es, den Beschriftungsring ("overlay" genannt) abzuschalten. Zwei weitere Aktualisierungen folgten bis Ende Juni 2020 (bis zu Version 1.0.6); sie brachten unter anderem eine deutsche und japanische Benutzungsoberfläche und die Möglichkeit, Tablett-Computer zur Steuerung des eVscopes zu verwenden. Die folgenden Veränderungen im Funktionsumfang und an der Benutzungsoberfläche wurde im Laufe der Version 1.0 vorgenommen (Liste nicht vollständig):

Für eine detailliertere Versionsübersicht, siehe Seite App-Versionsverlauf.

Hinweis: Wer ein eVscope einer späteren Lieferung (Charge) erworben hat oder überlegt, ein eVscope zu kaufen, wird sich für viele der im Folgenden beschriebenen Erfahrungen nicht interessieren, weil er oder sie auf einem späteren Stand der App aufsetzt! Für diese eVscope-Besitzer besteht also keine Notwendigkeit, diese Seite zu lesen, es sei denn, man interessiert sich dafür, wie sich die App im Laufe der Zeit verändert hat.

 

Die neue App-Version (Version 1.0.0)

Seit dem 12.3.2020 war die neue App-Version (V 1.0.0) in Europa verfügbar, und ich habe sie noch am selben Tag geladen (ein Kanadischer eVscope-Besitzer hatte mich als erster darauf aufmerksam gemacht, und zwar schon am Vortag). Als allererstes verlangte die App, wie schon in der vorigen Version, mein eVscope zu aktualisieren. Das gelang, im Gegensatz zum kanadischen eVscope-Besitzer, der drei Anläufe benötigte, auf Anhieb. Neben Fehlerbereinigungen, die auch dringend nötig waren (und deren Erfolg ich noch nicht beurteilen kann...), bot die neue App-Version 1.0.0 die folgenden Neuerungen:

Foto: Der Bildschirm zeigt im "User" Tab nun die drei neuen Funktionen Eypiece Focus Helper, Dark Frame und Parkfunktion.

Also habe ich nach der Aktualisierung als erstes eine Dark Frame-Aufnahme gemacht. Die App hat übrigens "gemerkt", dass eine solche noch nicht gemacht worden war und empfohlen, dieses zu tun:

Nach der Aktualisierung stellte das eVscope fest, dass keine Dark Frame-Aufnahme vorhanden ist und empfahl, eine zu erstellen.

Dazu bin ich in den "User" Tab gewechselt und habe "Take Dark Frame" angeklickt (siehe Foto weiter oben).

         
 

Danach erscheint eine Meldung, die daran erinnert, den Deckel auf das Teleskop zu setzen (man sollte auch in einen dunklen Raum gehen.

 

Die Aufnahme wird erstellt...

   

Dito

 

Dito, es dauert etwas...

 

Fertig! Verbindung zum eVscope unterbrochen.

Am selben Abend konnte ich einige wenige Aufnahmen machen und zumindest feststellen, dass die Störpixel drastisch reduziert waren. Später habe ich gesehen, dass bei längeren Verweildauern im "Enhanced Vision"-Modus einige Störpixel erscheinen.

Außerdem habe ich die neue Fokushilfe für das Okular (eyepiece focus helper) ausprobiert, aber anfangs nicht verstanden, wie sie funktioniert. Inzwischen habe ich sie aber begriffen! Wenn man die Fokushilfe aktiviert, wird für eine Minute ein Muster in das Okular eingeblendet, anhand dessen man dieses scharf stellen kann (durch Drehen). In der App wird ein Timer angezeigt, der rückwärts läuft, so dass man weiß, wieviel Zeit noch für das Scharfstellen bleibt. Sollte die Zeit nicht ausreichen, kann man die Funktion erneut aktivieren.

    

Die ins Okular eingeblendete Fokushilfe für das Okular

 

Der Timer für die Fokushilfe (rechts vom Text)

Die Parkfunktion stellt nach etwas "Gewackel" den Tubus senkrecht und schaltet das eVscope aus. Das Ausschalten merkt man in der App unter anderem daran, dass die WLAN-Verbindung verloren geht (und das Smartphone sich eine andere WLAN-Verbindung sucht....).

Änderungen an den Fotos bespreche ich im Folgenden!

 

Allererste Fotos mit der neuen App-Version

Am Abend des Tages, an dem ich die neue App-Version 1.0 installiert habe (12.3.2020), konnte ich kurz mit dem eVscope arbeiten und drei Objekte beobachten, nämlich M 44, M 67 (beide im Sternbild Cancer/Krebs) sowie kurz M 50. Im folgenden zeige ich hier meine besten Fotos, zusammen mit älteren Versionen, bei denen noch viele Störpixel auftraten:

         
M 44 - 24.2.2020        
   
M 44 - 12.3.2020        

Nachdem ich diese ersten und am nächsten Tag weitere Aufnahmen gemacht und mit entsprechenden älteren verglichen habe, sind mir die folgenden Dinge aufgefallen:

           

M 42-Original mit alter App-Version

 

Weiteres M 42-Original mit alter App-Version

   
   

Fotos darüber kräftig aufgehellt, um die Ringe zu zeigen (Vorschauen anklicken, um die Originale zu sehen!)

 

Foto so aufgehellt, dass man die Vignettierung erkennen kann (Foto darunter, neue App-Version)

   

M 42-Original mit neuer App-Version

 

Foto "nach Geschmack" bearbeitet

 

Foto so aufgehellt wie die Fotos mit der alten App-Version

 

Veränderungen mit Version 1.0.3: Overlay kann weggelassen werden, Rechteck-Format

Version 1.0.3 brachte die Möglichkeit, in den Benutzereinstellungen der App (User > General > Add an overlay when saving an image) die Beschriftung ("Overlay" genannt) an- und abzuschalten. Nicht erwähnt wurde dabei, dass sich die Bildgröße von 1120 x 1120 Pixel mit Overlay auf 1280 x 960 Pixel (Sensorformat) ohne Overlay verändert. Mit dieser Option stand auf Wunsch die ganze Sensorfläche für Fotos zur Verfügung, und sie macht es einfacher, Objekte zu positionieren, weil Fotos mit dem Bild auf dem Smartphone übereinstimmen. Mit Overlay funktioniert das nur zuverlässig, wenn man durch das Okular schaut. Die vergrößerte Fläche hat zudem den Vorteil, dass man mehrere Objekte besser ins Bildfeld bekommt.

Beipiel: Für M 65/66 wird es mit Overlay recht knapp, ohne Overlay passen beide gut ins Bild:

    

M 65 & M 66 - 22.3.2020, bearbeitet

 

M 65 & M 66 - 23.4.2020, bearbeitet

Beipiel: Bei M 84/86 ist nun mehr Platz für eine dritte Galaxie (NGC 4402):

    

M 86 (rechts M 84, links oben NGC 4402) - 25.3.2020, bearbeitet

 

M 86 und M 84 (rechts; links oben NGC 4402) - 22.4.2020, bearbeitet

Aktualisierung: Gibt es Größenunterschiede zwischen den Formaten?

In seinem eVscope-Test Anfang 2021 in der Zeitschrift "Astronomie - das Magazin" (Heft 16) schreibt Kai von Schauroth, dass über das eVscope-Bild bzw. Foto eine runde Maske mit weichem Rand gelegt und das Bild leicht vergrößert wird. Das Ergebnis seien runde Bilder mit etwa 1000 Pixeln Durchmesser. Wenn ich solche "runden" Bilder stark aufhelle, erhalte ich einen "nutzbaren Bilddurchmesser" von 920 bis 930 Pixeln, also sogar noch etwas weniger (das Außenmaß beträgt 1120 Pixel). Zu dem neuen rechteckigen Format, das zu der Zeit des Tests allerdings nicht mehr ganz neu war, schreibt der Tester nichts.

Ich war allerdings immer davon ausgegangen, dass das rechteckige Format genau dem Sensorformat entspricht, dass also nichts vergrößert wird. So stellte sich mir die Frage, wie die beim "runden" Format ist. Um das zu überprüfen habe ich zwei Fotos desselben Himmelsobjekts, die ich kurz nacheinander in beiden Formaten aufgenommen hatte, in Photoshop mit verschiedenen Ebenenmodi (Differenz, Ausschluss) überlagerte. Mein Ergebnis war, dass sich die Fotos im Differenzmodus im Zentrum gegenseitig auslöschten, was beweist, dass sie gleich groß sind.

         

Stark aufgehelltes Foto, um die Maske hervortreten zu lassen; wenn man im Original (auf das Vorschaubild klicken, um es anzuzeigen) nachmisst, kommt man auf 920-930 Pixel für den Bilddurchmesser

 

M 27 im "runden" Format aufgenommen; es wirkt hier größer, weil es auf die gleiche Breite wie das rechteckige Format skaliert ist

  M 27 im rechteckigen Sensorformat aufgenommen; es wirkt hier kleiner, weil es auf die gleiche Breite wie das runde Format skaliert ist
      

M 42-Foto so aufgehellt, dass man die Vignettierung erkennen kann

 

Beide obige Fotos im "Differenz"-Ebenenmodus überlagert: Im Zentrum löschen sich die Bildinformationen aus - also sind sie gleich groß

  Beide obige Fotos im "Ausschluss"-Ebenenmodus überlagert: auch dieser Modus beweist, dass sie gleich groß sind

Damit ist zunächst nur bewiesen, dass die Objekte in beiden Formaten gleich groß abgebildet werden. Ob vorher eine leichte Vergrößerung stattfindet, kann ich nicht sagen, halte dies aber für eher unwahrscheinlich, weil die Vergrößerung dann auf alle Anwendungsfälle, also auch auf das Bild im Smartphone, angewendet werden müsste.

 

Laden des eVscopes

Laut Unistellar Knowlege Base (What is the recommended temperature range for my eVscope?) kann das eVscope nur zwischen +10°C und +40°C geladen werden; dies gilt auch für das Beobachten, wenn man das eVscope gleichzeitig laden möchte. Auf Nachfrage erhielt ich von Unistellar (Yann) am 6.2.2020 die folgende Auskunft:

Ob die neue App-Version tatsächlich Änderungen gebracht hat, kann ich noch nicht aus eigener Erfahrung sagen. In den Informationen zur App-Version 1.0. wird aber eine verbesserte Akkuleistung bei kaltem Wetter erwähnt, was mit Yanns Aussagen zusammenpasst. Die Info zum Temperaturbereich im Help Center wurde allerdings noch nicht aktualisiert.

 

Galerie

Die Fotogalaerie der Unistellar App war anfangs für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Auf der anderen Seite bot sie so wenig Funktionalität, dass ich keinen Grund sah, sie überhaupt zu verwenden. Letzten Endes scheint die Galerie eine Kopie des Albums "Unistellar" zu sein, das die Unistellar App in der Foto App anlegt, sobald man Fotos speichert (mit dem Speichern-Symbol). Insofern empfiehlt es sich meiner Meinung nach eher, die Foto App zu verwenden, jedenfalls wenn man nicht mit dem eVscope verbunden ist - aber auch ganz allgemein. Dachte ich! Aber die Galerie kann auch ganz nützlich sein, nämlich zum Beurteilen der Fotos, die man gerade aufgenommen hat (siehe Seite Tipps und Tricks). Das ist viel bequemer mit der Galerie als mit der Fotos-App.

 

Kleine Fehlersammlung

 

Fazit zu Version 1.0

Die Version 1.0 der Unistellar-App hat eine Reihe von Verbesserungen gebracht, darunter einige dringend benötigte Funktion (Parken, Dunkelbild-Aufname) und auch einige Detailverbesserungen (leichte Vergrößerung des Bildfeldes mit Overlay, Abbruchmöglichkeiten). Nicht alle Detailverbesserungen werde ich bereits bemerkt haben. Version 1.0.0 war noch recht instabil, und es wurden schnell drei Aktualisierungen nachgeschoben (1.0.1, 1.0.2 und 1.0.3). Möglicherweise haben diese auch die Stabilität erhöht. Version 1.0.3 erlaubt es, den Beschriftungsring ("overlay" genannt) abzuschalten. Danke, Unistellar! Zwei weitere Aktualisierungen folgten bis Ende Juni 2020 (bis zu Version 1.0.6); sie brachten unter anderem eine deutsche und japanische Benutzungsoberfläche und die Möglichkeit, Tablett-Computer zur Steuerung des eVscopes zu verwenden.

Ein generelles Fazit zum eVscope nach 3 Monaten Besitz, das sich auf die App-Version 1.0 stützt, ziehe ich auf Seite Unistellar eVscope - Erstes Fazit (Version 1.0).

Diese App-Version hatte weiterhin eine Reihe von Fehlern, bevor die neue Version 1.1 am 5.10.2020 erschien.

 

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18.03.2021