Deep-Sky-Sommerbeobachtungen August/September 2019

Beobachtungsbedingungen | Übersicht der Beobachtungen | Beobachtete Objekte | Anmerkungen | Referenzen

Von August bis Mitte September 2019 habe ich einfache "Deep-Sky-Sommerbeobachtungen" unternommen, die vielleicht für andere Anfänger auch von Interesse sein könnten und deshalb hier beschrieben werden. Wie man an der geringen Zahl der Beobachtungsobjekte sieht, ging es bei diesen Beobachtungen allerdings in erster Linie um "Technik-Tests".

Liste der Beobachtungsobjekte (die Links führen zu Seiten, die die DSO beschreiben):

Die Beobachtungsobjekte habe ich größtenteils anhand meiner früheren Beobachtungen ausgesucht.

 

Beobachtungsbedingungen

Himmelsbereich und Objekte

Ich habe zunächst nach gut zu sehenden Kugelsternhaufen gesucht und zwar im Hercules (Herkules); später habe ich noch die planetarischen Nebel M 57 in der Lyra (Leier) und M 27 in Vulpecula (Füchschen) sowie den offenen Sternhaufen M 11 im Sternbild Scutum (Schild) aufgesucht. Außerdem habe ich den Cygnus (Schwan) besucht und dort den Doppelstern Albireo beobachtet.

Übersichtskarte

Die folgende Karte zeigt in etwa den Himmelsbereich, den ich von August bis Mitte September 2019 bei meinen Beobachtungen primär "abgegrast" habe:

Karte für größere Version anklicken - sie erscheint in einem neuen Fenster. Die angefahrenen Himmelsobjekte in diesem Bereich sind durch rote Punkte markiert. Am Ende von Cygnus ist Albireo als roter Punkt markiert.

Beobachtungszeit

Die Beobachtungen der Deep-Sky-Objekte begannen, nachdem es ausreichend dunkel war.

Beobachtungsort

Alle Beobachtungen wurden in Mühlhausen/Kraichgau (Deutschland) durchgeführt:

Verwendete Geräte

Allgemeine Bedingungen

Die Beobachtungen lagen nach Vollmond oder kurz nach Neumond.

Generell ist der Himmel über Mühlhausen/Kraichgau eher "lichtverschmutzt" und lädt nicht dazu gerade ein, nach Deep-Sky-Objekten zu suchen. Dies ist sicher mit ein Grund, warum ich einige der Deep-Sky-Objekte, die ich beobachten wollte, nur manchmal oder auch gar nicht gefunden habe.

 

Übersicht der Beobachtungen

Beobachtungstermine

Datum
2019
Beobachtete Objekte Details, Anmerkungen Weitere Beobachtungen und Anmerkungen Verwendete Geräte Verwendete Okulare
22.8. KS: M 13 (Herkules), M 92 (Herkules) M 13 und M 92 mit LT- und TS-Fernglas beobachtet. M 13 ist Teil eines Dreiecks und leicht zu finden. M 92 scheint sich in einem Dreieck aus Sternen zu befinden und ist in einer sternarmen Gegend für mich sehr schwer zu finden. LT- und TS-Fernglas n.a.

 

23.8. KS: M 13 (Herkules), M 92 (Herkules) M 13 und M 92 mit dem LT-Fernglas vor allem zum Finden von M 92 beobachtet.
M 13 mit 32, 24, 16, 10 mm: ab 16 mm vor allem bei indirektem Sehen feine Sterne; leicht zu finden.
M 92 mit 32, 24, 16, 10 mm: ab 16 mm vor allem bei indirektem Sehen feine Sterne; mühsam aufzufinden, hat dann aber irgendwann geklappt... Kleiner als M 13, vielleicht heller in der Mitte?
Beide Haufen sehr schön gesehen!
Hier ging es in erster Linie darum, herauszufinden, ob das Skymax-127 für DSO wie größere Kugelsternhaufen geeignet ist.

Außerdem Jupiter und Saturn beobachtet und sehr schön gesehen.

Skymax-127 auf AZ Pronto-Montierung, LT-Fernglas 32, 24, 16, 10, 7 mm
24.8. KS: M 13 (Herkules), M 92 (Herkules) M 13 und M 92 mit dem LT-Fernglas vor allem zum Finden von M 92 beobachtet.
M 13 mit 35, 16, 10, 7, 4 mm: bei hohen Vergrößerungen auch größeren Schimmer gesehen, aber nicht in Sterne aufgelöst, war wohl schlechtere Sicht.
M 92 mit 35, 16, 10, 7, 4 mm: dito; mühsam aufzufinden, hat dann aber irgendwann geklappt...
Hier ging es in erster Linie darum, herauszufinden, wie das PS 72/432 größere Kugelsternhaufen zeigt. Es scheint dem Skymax-127 etwas unterlegen zu sein.

Außerdem Jupiter und Saturn beobachtet und sehr schön gesehen.

PS 72/432 auf AZ Pronto-Montierung, LT-Fernglas 35, 16, 10, 7, 4 mm
25.8. KS: M 13 (Herkules), M 92 (Herkules) M 13 mit 35, 24, 16, 10, 7, 4 mm: bei hohen Vergrößerungen auch größeren Schimmer gesehen, ein bisschen in Sterne aufgelöst, besser als am Vortag und nicht so gut wie vor zwei Tagen.
M 92 mit 35, 24, 16, 10, 7, 4 mm: dito, kleiner, heller Kern; die Montierung hatte etwas mehr Mühe, M 92 zu finden....
Nun die Kugelsternhaufen noch einmal mit dem Explorer 150PDS! Wegen der schlechteren Sichtbedingungen nicht so gut wie mit dem Skymax-127, obwohl es besser sein müsste.

M 51 und M 57 nicht gefunden, wohl wegen 1-Stern-Alignment, hellem Himmel bei M 51 und Anstoßen an Montierung bei M 57; danach war das Alignment im Eimer...
Per Zufall beim Bewegen noch einen unbekannten Nebel gefunden (irgendwo zwischen Delphin und Deneb)..

Außerdem Jupiter und Saturn beobachtet und sehr schön gesehen.

Explorer 150PDS auf Star Discovery-Montierung; SynScan WLAN mit iPad, 35, 24, 16, 10, 7, 4 mm
26.8. KS: M 13 (Herkules), M 92 (Herkules)
PN: M 57 (Lyra), M 27 (Vulpecula)
OS: M 11 (Scutum)
M 13 mit 35 - 4 mm: bei hohen Vergrößerungen in Sterne aufgelöst, besser als am Vortag und mit 150 PDS besser als mit SM-127.
M 92 mit 24 - 4 mm: dito, kleiner, heller Kern
M 27 und M 57 gefunden und gut gesehen, M 57 auch mit Loch bei etwa 190-fach
Nun der direkte Vergleich von Skymax-127 und Explorer 150PDS, der erwartungsgemäß besser abschnitt; auch die Sichtbedingungen waren an diesem Tag besser.

M 51 wegen hellen Himmels um M 51 herum wieder nicht gefunden.

Außerdem Jupiter und Saturn beobachtet und sehr schön gesehen

Explorer 150PDS auf Star Discovery-Montierung mit StarSense, Skymax-127 auf AZ Pronto-Montierung (nur M 13) 35, 24, 16, 10, 7, 4 mm
30.8. KS: M 13 (Herkules), M 92 (Herkules)
PN: M 57 (Lyra), M 27 (Vulpecula)
OS: M 11 (Scutum)
DS: Albireo
M 13 und M 92: mit 10 mm groß, aber noch keine feinen Sterne gesehen; mit 7 mm auch feine Sterne gesehen (mehr oder weniger gut); M 92 deutlich kleiner als M 13, aber auch schön.
M 57: schön in diversen Vergrößerungen, von sehr klein bis gut 100-fach (7mm = 107-fach), und noch darüber (4 mm = 187,5-fach), aber auch bei 100-fach das Loch zumindest erahnt.
M 27: schön mit 10 mm und 7 mm; mehr oder weniger ein Quadrat mit runden Ecken, natürlich nicht die Farben...
M 11: schön in diversen Vergrößerungen, von sehr klein bis gut 100-fach (7 mm = 107-fach), und noch darüber (4 mm = 187,5-fach); bei geringer Vergrößerung eher "nebelig", bei größeren (100- bis 200-fach) dann viele feine kleine Sterne und kein Nebel mehr. Wildentencharakter aber nicht erkennbar.
Gegend um Albireo herum in niedriger Vergrößerung beobachtet und Albireo getrennt; Farben gut zu sehen.
Anfangs Tests mit StarSense, das erst im dritten Anlauf (gegen 21 Uhr) genügend Sterne für das Alignment fand. Ich fand wohl auch noch M 13, aber mehr nicht... Als ich den Computer anschloss, war der "Zeigepunkt" in SkySafari diametral entgegengesetzt, obwohl Zeit, Datum und Ort zu stimmen schienen. Aber diese verstellten sich immer wieder, besonders, wenn ich StarSense in den Computer steckte.
Auch ein Quick Align mit Ausrichtung nach Norden schien keinen Erfolg zu bringen, ebensowenig ein normales Auto Align mit Ausrichtung nach Norden. Der Teleskop-Zeiger zeigte immer wieder in die falsche (entgegengesetzte) Richtung, auch "Betrügen" half nicht. Letzten Endes habe ich entnervt aufgegeben...
Zum Glück habe ich mich später aufgerafft, und das Synscan WLAN-Modul benutzt (mit App auf iPad, später auch SkySafari auf den Mac, was nach Anfangsproblemen lief. Probleme gibt es immer wieder zwischendurch, wenn die App nicht mehr im Vordergrund war: dann wechselt das WLAN-Netz usw...
Habe noch zwei weitere "Nebel" gesehen, eher schwach, und nicht identifiziert.
Fehlversuche: M 71, M 56, M 51...
Explorer 150PDS auf Star Discovery-Montierung mit StarSense (MBP) bzw. SynScan WLAN (iPad, MBP) 35, 24, 10, 7, 4 mm
3.9. M 11 (Scutum) M 11 im Vergleich zwischen Explorer 150PDS und Skymax-127 bei um die 100-facher Vergrößerung, Explorer auch höher. Zunächst StarSense getestet, aber die Ausrichtung klappte nicht bzw. wurde ziemlich entgegengesetzt angezeigt; habe wieder entnervt abgebrochen.

Anschließend ein Vergleich zwischen Explorer 150PDS und Skymax-127 am offenen Sternhaufen M 11: Explorer noch einen Tuck besser, aber Skymax auch gut.

Explorer 150PDS auf Star Discovery-Montierung mit StarSense und später mit SynScan WLAN; Skymax-127 auf AZ Pronto-Montierung n.a.
6.9. KS: M 13 (Herkules), M 11 (Scutum) M 13: Im ST120 bis 150-fach, kaum feine Sterne zu sehen, höchstens bei 150-fach (wegen Mond)
M 11: In beiden, im ST120 bis 150-fach, feine Sterne zu sehen, aber vielleicht nicht so viele wie die Tage zuvor (wegen Mond)
Diesmal M 13 und M 11 im geliehenen StarTravel 120/600 beobachtet und mit PS 72/4342 verglichen. Sichtbedingungen anscheinend wieder schlechter...

Außerdem: Halbmond, Jupiter, Saturn (siehe Mond und Planeten)

StarTravel 120 auf AZ Pronto-Montierung, PS 72/432 auf Fotostativ  

Fett: Erster Fund während dieser Beobachtungsperiode; alle Beobachtungen in Mühlhausen/Kraichgau; GE: Galaktischer Emissionsnebel, GR: Galaktischer Reflexionsnebel, PN = planetarischer Nebel, G = Galaxie, OS = offener Sternhaufen, KS = Kugelsternhaufen

Beobachtungsobjekte

Details sind über die Links zu den betreffenden Deep-Sky-Objekten zu erhalten.

DSO-Details Name Sternbild Typ Bino* PS 72/432 SM-127 150PDS ST120 Bemerkungen
M 13   Hercules KS ja ja ja ja ja Groß, mit 100-150-fach in feine Sterne aufgelöst
M 92   Hercules KS ja ja ja ja   Kleiner als M 13, mehr im Zentrum konzentriert, mit 100-150-fach in feine Sterne aufgelöst
M 11   Scutum OS   ja ja ja ja In verschiedenen Größen gesehen; klein eher nebelartig, ab 100-fach feine Sterne
M 57   Lyra PN       ja   Bis 190-fach beobachtet, bei hohen Vergrößerungen das Loch gesehen
M 27   Vulpecula PN       ja   Wirkte eher "eckig"; natürlich keine Farben
Albireo   Cygnus DS   ja   ja   Doppelstern mit unterschiedlichen Farben gut gesehen

*) 10 x 25 LT-Fernglas und 10 x 60 TS-Fernglas; GE = galaktischer Emissionsnebel, GR = galaktischer Reflexionsnebel, G = Galaxie, OS = offener Sternhaufen, KS = Kugelsternhaufen

 

Anmerkungen

Vorbereitung

Bei der Suche nach Deep-Sky-Objekten ist eine gute Vorbereitung wichtig - das liest man, und ich kann es auch bestätigen. "Gute Vorbereitung" heißt im wesentlichen, sich eine Liste der Objekte zusammenzustellen, die man beoabachten möchte - und dazu Hinweise, wo und wie die Objekte zu finden sind.

Ist es das oder ist es das nicht?

Wenn man sein Teleskop mit Hilfe des Leuchtpunktsuchers in etwa auf die gewünschte Himmelsgegend ausgerichtet hat, ins Okular schaut und nichts oder nur "Nebulöses", aber nicht ungedingt nebelartiges sieht, stellt sich natürlich die Frage: Ist der Himmel zu lichtverschmutzt, als dass man das Objekt erkennen kann oder hat man das Objekt nicht korrekt angefahren? Diese Frage habe ich bei manchen Objekten auch nach mehrmaligen Versuchen "von Hand" nicht klären können.

 

Referenzen

Alle Sternkarten wurden mit SkySafari Pro für Apple Macintosh erzeugt.

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10.10.2019