Vaonis Vespera Pro - Eros passiert Messier 33 (2026)

Einführung | Fotos | Fazit | Links | Anhang

Auf dieser Seite beschreibe ich meinen Versuch, mit meinem Vespera Pro zu beobachten, wie der Kleinplanet (433) Eros die Dreiecksgalaxie M 33 passiert. Genau genommen habe ich nur den letzten Teil der Passage beobachten können, als Eros M 33 bereits verlassen hatte...

 

Einführung oder (zu überspringende) Vorrede...

Anfang Januar 2026 machte mich ein Sternfreund darauf aufmerksam, dass der Kleinplanet oder Asteroid (433) Eros (im folgenden nur Eros genannt) am Abend des 5.1.2026 die Dreiecksgalaxie Messier 33 passieren wird. Er hat mir auch einen Link zu einer Forumsdiskussion (mit Karte dazu) gesendet, aber ich habe das Ganze nicht richtig verfolgt und ernst genommen. Mir war auch nicht klar, ob ich Eros mit meinem Vespera Pro überhaupt sehen würde, und wenn ja, ob er nicht beim Stacking wieder "herausgerechnet" werden würde, weil sich seine Position mit der Zeit ändert...

Als es am Abend des 5.1. klar wurde, habe ich mich dann doch dazu durchgerungen, das Vespera Pro herauszustellen, obwohl es recht kalt war. Aber ich würde ja sowieso "von der Küche aus" beobachten... Außerdem war es schon etwas spät geworden, obwohl mein Sternfreund geschrieben hatte, dass eine Beobachtung ab etwa 18 Uhr möglich sein würde (also sobald es dunkel genug sein würde). Ich hatte mein Vespera Pro seit November 2025 nicht mehr benutzt, und als ich die Singularity App startete, verlanget sie, dass ich mich neu anmelde, was ich seit ewigen Zeiten nicht mehr tun mußte. Ich hatte im vergangenen Oktober meine E-Mail-Adresse und das Passwort geändert, und diese Daten wurden beim Neuanmelden nicht akzeptiert. Also versuchte ich, mein Passwort zurücksetzen und die Instruktionen dafür an meine neue E-Mail-Adresse senden zu lassen. Das habe ich etliche Male versucht, aber nie kam eine E-Mail bei mir an (trotz entsprechender Meldung), und im Spam-Ordner war auch nichts. Ich habe mich daraufhin bei der Vaonis-Website mit meiner neuen E-Mail-Adsresse angemeldet, und das funktionierte. Dazu wurde mir anstelle des Passwortes ein Kode an diese Adresse gesendet (die Mail landete auch nicht im Spam-Ordner...). Ein Passwort wurde also nicht für das Einloggen verwendet, sondern der zugesandte Kode. Also konnte ich auch nicht prüfen, ob das neue Passwort aktiv ist... Mit anderen Worten: Es war nichts zu machen!!! Ich habe dann noch eine Meldung an Vaonis geschickt, aber die waren auf der CES in den USA und vertrösteten mich auf "nach der Messe". Also fiel mir nicht Besseres ein, als einen neuen Account anzulegen, und dazu verwendete ich eine E-Mail-Adresse, die ich noch "über" hatte. Damit konnte ich tatsächlich, jedoch wie ein "Neueinsteiger", mein Vespera Pro wieder bedienen. Ich war gerettet! Die Beobachtungsorte und die Gallery-Fotos waren futsch, aber die Teleskop-Einstellungen noch erhalten. Also konnte das Beobachten nach reichlicher und zusätzlicher unerwarteter Verzögerung losgehen! Da war es bereits gegen Viertel nach 8 Uhr!

Im Grunde hatte ich keine Vorstellung, ob und wie ich Eros mit dem Vespera Pro beobachten kann. Also habe ich mich dazu entschieden, einfach M 33 anzufahren und für eine Stunde (Integrationszeit) zu beobachten. Diese Dauer hatte ich die letzten beiden Male bei M 33 auch verwendet, empfohlen sind dagegen sogar 2 Stunden. Und so hoffte ich zumindest auf ein gutes Foto von M 33. Die Galaxie war auch bald zu sehen (die erste Aufnahme zeigt 20:19 Uhr als Uhrzeit), aber dann habe ich das Vespera erst einmal allein gelassen, denn ich musste das Abendbrot vor bereiten und natürlich auch essen. Die Beobachtungsbedingungen verschlechterten sich aber bald; der SQM-Wert sank von 19,5 auf 19,1 und schließlich auf 18,8. Und so zeigte sich am Ende, dass die vorherigen Aufnahmen von M 33 besser waren als es mir an diesem Abend gelang. Ich habe es dann auch versäumt, zwischendrin (und am Ende) aktuelle Fotos auf meinen Computer zu überspielen oder in der Gallery zu speichern und bin einfach zum nächsten Ziel M 45, den Plejaden, weitergegangen. Damit war nach fast 5 Minuten bereits Schluß, weil Wolken aufkamen, und die Beobachtung nicht mehr weiterlief. Der Orionnebel M 42 war zu diesem Zeitpunkt noch wolkenfrei, also habe ich ihn angefahren. Er kam auch sehr schnell gut raus, schien mir aber etwas unscharf, so dass ich nach 5 Minuten den Fokus aktualisiert und eine neue Beobachtung begonnen habe. Das hätte ich lieber lassen sollen, denn es wurde immer wolkiger, so dass ich die Beobachtung nach einer halben Stunde - mit dürftigem Ergebnis - abgebrochen habe (bei schlechteren Ergebnissen als nach knapp 5 Minuten...). Also letztendlich ein ziemlich frustrierender Beobachtungsabend!

Bei M 45 und M 42 hatte ich mir immerhin Fotos zwischendrin auf meinen Computer gesendet, aber das hatte ich ja bei M 33 vergessen. Da ich aber neugierig war, was mit Eros passiert war, entschloss ich mich, die Beobachtungsdaten schon mal auf meinen Computer zu überspielen. Normalerweise mache ich das erst am nächsten Tag, aber diesmal lagen ja auch nicht so viele Daten vor, so dass es schneller gehen würde. Und als ich mir das letzte Foto von M 33 genauer anschaute, entdeckte ich einen kleinen Strich auf dem Foto. Das musste die Spur des Kleinplaneten Eros sein! Mit SkySafari überprüfte ich seine Position zu der entsprechenden Uhrzeit (wobei ich die Startzeit eingab; ich vertue mich immer, weil das Vespera beim Speichern UTC angibt...). Aber so groß war die Bewegung innerhalb einer Stunde ja nicht... Und tatsächlich, SkySafari bestätigte meine Vermutung: ich hatte tatsächlich Eros als Strichspur auf dem Foto! Eros lag übrigens auf dem M 33-Foto, das SkySafari anzeigt, schon außerhab von M 33, und im Hintergrund wurden kaum Sterne angezeigt, so dass es schwer war, Eros genauer zu verorten. Das gelang mir am nächsten Tag mit Stellarium besser, wobei ich nicht sicher bin, dass die auf dem Foto von M 33 angezeigten Sterne (hier ist das Foto größer) wirklich exakt auf ihren Positionen liegen - aber zumindest ungefähr, und das genügte mir als "Beweis".

Ich habe mir anschließend Fotos mit kürzeren Integrationszeigen angeschaut und dort kürzere Spuren gefunden. Die Galaxie wurde dabei natürlich immer schwächer. Weiter unten zeige ich Beispiele! Überraschend war für mich, dass Eros bereits auf dem ersten Foto, also nach 10 Sekunden, "wie ein Stern" zu sehen ist (von der Galaxie sieht man natürlich kaum etwas)! Ich hatte eigentlich erwartet, dass Eros vom Stacking-Algorithmus im Laufe der Zeit entfernt wird und damit auch keine Spur entsteht, aber das war nicht der Fall. Und auch der "Anfangsstern" blieb bis zum Ende erhalten, was mich etwas verwunderte. Deshalb dachte ich anfangs auch, es handele sich um einen Stern, aber dieser "Stern" ist auf älteren vergleichbaren Fotos nicht vorhanden (siehe weiter unten), was auch beweist, dass es sich um Eros handelt. Die Planetenspur sieht übrigens ein wenig "doppelt" aus; das kommt wohl auch vom Stacking.

Hinweis: Der Kleinplanet Eros erscheint auf den Fotos als mehr oder weniger lange Strichspur, weil er sich anders als die Sterne bewegt, Das Teleskop verfolgt aber die Sterne! Und je länger man beobachtet, desto länger wird die Strichspur, weil das Teleskop-Programm die Aufnahmen (je 10 sec) überlagert, und zwar so, das Sterne und Himmelsobjekte (DSO) immer wieder zur Deckung gebracht werden. Ich hatte allerdings erwartet, dass der sogenannte Stacking-Algorithmus Objekte unterdrückt, die "aus der Art" schlagen (wie eben der Kleinplanet). Tut er aber zum Glück anscheinend nicht!

Nach dieser langen Vorrede möchte ich das Ganze mit Fotos demonstrieren!

 

Fotos

Eros mit der Dreiecksgalaxie M 33 - Übersicht

Zunächst zeige ich Übersichtsfotos (1:1-Pixelausschnitte bei 2000 Pixeln) zu verschiedenen Zeitpunkten (Integrationszeit, nicht "Echtzeit"; die tatsächliche Uhrzeit habe ich dazugeschrieben)! Sie zeigen zum einen, wie aus dem punktförmigen Kleinplaneten Eros eine immer längere (doppelte) Strichspur wird, und zum anderen, wie die Dreiecksgalaxie M 33 mit zunehmender Integrationszeit immer heller und detaillierter wird. Die Fotos sind übrigens unbearbeitet! Weiter unten zeige ich Ausschnitte, auf denen Eros besser zu erkennen ist.

Um die Strichspur besser sehen zu können, bitte in die Fotos klicken (dann erscheint das Bild mit doppelter Seitenlänge = 900 Pixel) oder den "2000-Pixel"-Link anklicken!

    
10s (2000 Pixel) - 20:19 Uhr; Eros ist scho zu sehen!   1 min (2000 Pixel) - 20:20 Uhr
 
1:30 min (2000 Pixel) - 20:21 Uhr   5 min (2000 Pixel) - 20:25 Uhr
 
10 min (2000 Pixel) - 20:32 Uhr   15 min (2000 Pixel) - 20:39 Uhr
 
20 min (2000 Pixel) - 20:46 Uhr   30 min (2000 Pixel) - 20:59 Uhr
 
45 min (2000 Pixel) - 21:18 Uhr   60 min (2000 Pixel) - 21: 21:38 Uhr

Eros mit der Dreiecksgalaxie M 33 - Ausschnitt

Die folgenden Fotos sind wiederum Ausschnitte aus den obigen Fotos (1:1-Pixelausschnitte bei 900 Pixeln, dazu auf die Fotos klicken). Nach 10 Sekunden, also schon auf dem ersten Bild, sieht man den Kleinplaneten Eros, schon bei 5 min ist er nicht mehr punktförmig und darüber wird die Spur immer länger. Gleichzeitig wird die Dreiecksgalaxie M 33 immer heller, wenn auch nach 15 min nicht mehr so stark.

Vieleicht hätte es Sinn gemacht, M 33 mehrmals mit 5-15 min, je nach Geschmack, zu belichten und hätte dann Eros fast noch punktförmig und immer wieder an anderen Stellen abgebildet - und M 33 wäre dabei auch relativ gut zu sehen gewesen. Vielleicht beim nächsten Mal ;)

         
10s - 20:19 Uhr   1 min - 20:20 Uhr   1:30 min - 20:21 Uhr
   
5 min - 20:25 Uhr   10 min - 20:32 Uhr   15 min - 20:39 Uhr
   
20 min - 20:46 Uhr   30 min - 20:59 Uhr   45 min - 21:18 Uhr
   
5 min (Übersicht) - 20:25 Uhr   60 min - 21:48 Uhr   60 min (Übersicht) - 21:48 Uhr
1:1-Pixel-Ausschnitt bei 60 min Integrationszeit; bei 60 ist der Ausgangspunkt des Kleinplaneten rechts schwächer als beim allerersten Foto

Messier 33 ohne und mit Eros

Im folgenden vergleiche ich ein Foto von M 33 vom 21.11.2025 mit dem am 6.1.2026 aufgenommenen, beide wurden jeweils 60 Minuten aufgenommen. Auch das 1-Stunden-Foto vom 6.1. zeigt noch den "Stern", der bereits auf dem ersten Foto erscheint, während das ältere Foto diesen "Stern" nicht zeigt. Das ist der Beweis dafür, dass Eros mitfotografiert wurde!

    
M 33 - 21.11.2025 (1400 Pixel), 1 h, Ausschnitt, gedreht   60 min (1400 Pixel), 21:38 Uhr, Ausschnitt, mit Eros!
 
M 33 - 21.11.2025, 1 h, enger Ausschnitt   60 min - 21:38 Uhr, enger Ausschnitt, mir Eros!

 

Fazit

Entgegen meinen Erwartungen habe ich den Kleinplaneten Eros tatsächlich fotografieren können, als er die Dreiecksgalaxie M 33 am 6.1.2026 passierte. Leider war ich etwas spät dran, zumal ich beim Start auch noch "ausgebremst" wurde.

Dieses Mal hatte ich keine genauen Vorstellungen, ob und wie ich Eros auf das Bild bekommen würde. Aber für ein nächstes Mal habe ich einige nützliche Erfahrungen sammeln können. Zunächst einmal weiß ich nun, dass ich Eros als Strichspur erhalte, wenn ich länger belichte. Damit die Spur gut zu sehen ist (also lang genug ist), sollte die Integrationszeit dabei mindestens 20-30 Minuten betragen. Dann ist auch die Galaxie M 33 schön zu sehen. Möchte ich dagegen den Kleinplaneten Eros lieber fast punktförmig und an verschiedenen Position aufnehmen, dann sollte die Integrationszeit zwischen 5 und 10 Minuten liegen; wenn die Galaxie schöner aussehen soll, vielleicht maximal 15 Minuten. Aber das sind nur meine Vorschläge ;)

 

Links


Anhang

(433) Eros

(433) Eros ist ein steiniger Asteroid/Kleinplanet der Amor-Gruppe und das erste entdeckte sowie zweitgrößte erdnahe Objekt. Er hat eine längliche Form und einen volumenäquivalenten Durchmesser von etwa 16,8 Kilometern. 1998 wurde er von der Raumsonde NEAR Shoemaker besucht und war damit der erste Asteroid, der jemals aus seiner eigenen Umlaufbahn untersucht wurde.

Der Asteroid wurde am 13. August 1898 vom deutschen Astronomen C. G. Witt an der Berliner Urania Sternwarte in einer exzentrischen Umlaufbahn zwischen Mars und Erde bei einer Helligkeit von 11 mag entdeckt..

Foto: Ansicht von (433) Eros mit den Kratern Narcissus (vorne), Psyche (oben) und Himeros (unten) (Wikipedia, gemeinfrei)

Siehe auch (433) Eros (Wikipedia): de.wikipedia.org/wiki/(433)_Eros

Dreiecksgalaxie M 33

Die Triangulum- oder Dreiecks-Galaxie M 33 im Sternbild Triangulum (Dreieck) ist die drittgrößte Galaxie in der "lokalen Gruppe", die auch unsere Milchstraße und die Andromeda-Galaxie M 31 enthält. Sie gilt als das fernste mit dem bloßen Auge sichtbare Himmelsobjekt. Ich hatte auch mit meinem kleinen Refraktor Probleme, überhaupt nur einen Schimmer zu erhaschen. Mit Smart-Teleskopen ist M 33 dagegen leicht zu beobachten.

M 33 (NGC 598)       NGC 604 (H-II-Gebiet)
Größe: 30' x 20' / 70,8 x 41,7(Stoyan/Wikipedia)
Entfernung: 2,76 Millionen Lichtjahre (Wikipedia)
Bewertung: *** (Stoyan)
  Größe: 2' (Wikipedia)
Entfernung: 2,76 Millionen Lichtjahre (Wikipedia)
Bewertung: ---

M 33 - 21.11.2025, 2100, 1 h, Ausschnitt, entrauscht, Weißbalance, Vespera Pro

Siehe auch meine Seite zur Dreiecksgalaxie und de.wikipedia.org/wiki/Messier_33 bei Wikipedia!

 

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07.01.2026