Distances of Deep Sky Objects on my Own Photos

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Translation in preparation

Auf dieser Seite möchte ich der Frage nachgehen, wie weit entfernt die entferntesten Himmelsobjekt sind, die ich mit meinen elektronischen Teleskopen auf Fotos entdecken kann (oder entdecken lassen kann...). Dabei möchte ich auch beschreiben, wie ich diese Objekte identifizieren und ihre Entfernung bestimmen kann.

Notes:

 

Introduction

Am weitesten entfernte Himmelsobjekte, das man mit bloßem Auge sehen kann

Als das am weitesten entfernte Himmelsobjekt, das man mit bloßem Auge sehen kann, gilt die Andromeda-Galaxie M 31, die etwa 2,5 Millionen Lichtjahre von uns entfernt ist. Dafür muss der Himmel allerdings schon recht dunkel sein. Mir ist es bisher noch nicht gelungen, M 31 mit bloßen Augen zu sehen; das gelang mir erst mit einem Fernglas. Manche Beobachter scheinen auch noch die etwas weiter entfernte Triangulum-Galaxie M 33 (2,76 Mio LJ) in der Nähe von M 31 mit bloßem Auge erspähen zu können, aber dies ist mir nicht einmal mit visuellen Teleskopen gelungen. Beide Galaxien, M 31 und M 33, sind die nächsten Nachbarn unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße, und bilden mit ihr die sogenannte Lokale Gruppe (oder Galaxiengruppe).

Beide Galaxien lassen sich mit elektronischen Teleskopen sehr gut fotografieren und sind aufgrund ihrer Nähe auf meinen Fotos auch sehr groß. Hier zwei Fotos, die ich Anfang 2026 mit dem Dwarf mini aufgenommen habe:

    

M 31, 5.2.2026 - 50 min, Mosaik, mit Stellar Studio bearbeitet, weiter bearbeitet, Original

  M 33 - 15.1.2026, 45 min, Ausschnitt, mit Stellar Studio bearbeitet und nachbearbeitet

Aber das sind nur zwei Galaxien in einem Universum, das voll von Galaxien ist, und dies in allen möglichen Größen und Entfernungen. Und so wimmelt es auf meinen Fotos von Galaxien, teils weil ich sie direkt mit meinen elektronischen Teleskopen fotografiert habe (seit 2020), teils aber auch als "Beifang" auf Fotos von anderen Objekten (einschließlich Galaxien). Wie ich diesen "Beifang" identifiziere und wie ich die Entfernungen bestimme, schildere ich im Folgenden.

Wie finde ich Galaxien auf meinen Fotos? Und wie identifiziere ich sie?

Während nähere Galaxien auf Fotos eine gewisse Struktur erkennen lassen, werden Galaxien, je weiter sie entfernt sind, immer mehr zu Pünktchen und ähneln damit Sternen. Also stellt sich bei den Pünktchen die Frage: Sind das überhaupt Galaxien oder sind das Sterne? Woran erkenne ich den Unterschied? Wenn die Pünktchen noch nicht zu klein sind, kann man Galaxien von Sternen unterscheiden, weil Galaxien-Punkte eine gewisse Unschärfe zeigen, während Stern-Punkte scharf begrenzt sind. Jeder " wuschelige" Punkt ist also potentiell eine Galaxie!

Fragt sich nur welche! Denn nur wenn man weiß, um welche Galaxie es sich handelt, hat man eine Chance, auch ihre Entfernung herauszufinden... Diese Frage kann ich normalerweise nicht selbst beantworten, sondern muss mir dazu Hilfe holen: Bücher, Himmelsatlanten, Planetariumsprogramme, das Internet und mehr. Dabei habe ich festgestellt, dass Himmelsatlanten und auch Planetariumsprogramme schnell passen, denn so kleine (und schwache) Objekte verzeichnen sie, von Ausnahmen abgesehen, nicht.

Manche Programme, wie zum Beispiel PixInsight, können Objekte auf Fotos annotieren, aber besitze kein solches Programm. Stattdessen benutze ich die Website nova.astrometry.net, die Himmelsfotos auf vorhandene Objekte hin analysiert, diese markiert und bezeichnet. Also lade ich meine Fotos auf dieser Website hoch, lasse die Fotos analysieren (mit der sogenannten Plate-Solving-Methode) und gefundene Objekte markieren (was nicht immer gut gelingt...). Bei DSO scheint sich die Website jedoch auf Objekte in den Standardkatalogen zu beschränken, so dass ich auf diese Weise keine "exotischen" Objekte finden kann. Das bedeutet, dass ich viele Objekte, die ich auf Fotos als Galaxie erkenne, nicht identifizieren kann, weil nova.astrometry.net sie nicht erkennt und benennt. Und grundsätzlich ist es der Website auch egal, ob ich ein Pünktchen als Galaxie erkannt habe oder nicht ;)

Beispiel: Ich habe mit dem Vespera Pro im April 2025 die elliptische Galaxie M 84 mit M 86 fotografiert (großes galaktisches Gesicht, GGG), die Mitglieder des Virgo-Galaxienhaufens sind. Auf dem Foto erscheinen zusätzlich einige kleinere Galaxien, die noch strukturiert sind, so wie etliche kleinere Galaxien, die mehr oder weniger nur noch (unscharfe) Pünktchen sind. Die Auswertung mit nova.astrometry.net benennt auf diesem Foto neben M 84 und M 86 einige mittlere (meist mit NGC-Nummern) und eine ganze Reihe kleiner (IC- und NGC-Nummern) Galaxien:

    

M 84/86 und mehr (GGG), 1.4.2025 - 2000p, 30 min

 

Auswertung mit Nova.astrometry.net

Bei diesem Foto habe ich mich nur für die größeren Galaxien interessiert, die das GGG bilden, und deren Entfernungen bestimmt.

Wie stelle ich die Entfernung von Galaxien (und DSO im allgemeinen) fest?

Wenn ich den Namen einer Galaxie (gilt für alle DSO) kenne, entweder weil ich sie direkt beobachtet habe oder ihren Namen mit nova.astrometry.net oder auf andere Weise ermittelt habe, kann ich nach ihr im Internet suchen (jedenfalls, wenn sie einen ganz normalen Katalognamen hat und kein "Exot" ist). Und dann kann ich meistens auch deren Entfernung erfahren; allerdings geben nicht alle Quellen die Entfernungen der Objekte an. Typischerweise orientiere ich mich dabei an Wikipedia-Artikeln über die Objekte, ziehe aber auch andere Quellen heran, zum Beispiel die Planetariums-Software SkySafari oder Stellarium.

Meine DSO-Dokumentation

Zu allen direkt beobachteten Himmelsobjekten habe ich Webseiten angelegt, um die Beobachtungen zu dokumentieren. Auf diesen Seiten führe ich auch den größeren "Beifang" auf; manchmal habe ich dafür sogar eigene Seiten angelegt. Bei all diesen Objekten versuche ich auch deren Entfernung mit Hilfe des Internets und/oder meiner Planetariums-Software* (SkySafari, Stellarium) zu bestimmen, aber nicht für alle Objekte kann ich Entfernungsangaben finden. Zudem unterscheiden sich die Angaben verschiedener Quellen manchmal beträchtlich.
*) SkySafari zeigt zwar viele kleine Objekte nicht an, so dass man deren Namen nicht bestimmen kann. Aber wenn man den Namen kennt, kann man nach Objekten suchen und meistens deren Daten finden.

Da ich die Beobachtungen dokumentiere, liegt es natürlich nahe, sich zu fragen, welches wohl die am weitesten entfernten Objekte sind, die ich fotografiert habe. Aber ich hatte das bisher nie systematisch verfolgt, denn ich hatte keine Lust, die Galaxienseiten alle durchzugehen. Stattdessen habe ich mich mit der Angabe zufrieden gegeben, dass die weitesten Himmelsobjekte auf meinen Fotos in einer Entfernung zwischen 300 und 500 Millionen Lichtjahren liegen (denn über solche Entfernungen bin ich ab und zu gestolpert...).

Im Frühjar 2026 habe ich dann aber, bedingt durch Zufälle, etwas systematischer nach den weitesten Entfernungen gesucht. Das schildere ich im Folgenden!

 

Search...

Viele Galaxien liegen in einem Entfernungsbereich um 10 Mio LJ herum, andere um 20 Mio LJ herum und andere wiederum um 50 Mio LJ. Das liegt offensichtlich daran, dass Galaxien Gruppen bilden, in denen sich die Galaxien um ein Zentrum herum arrangieren, wobei diese Galaxiengruppen auch eine gewisse Ausdehnung haben und deshalb die Entfernungen der Galaxien innerhalb einer Gruppe schwanken.

Virgo-Galaxiengruppe

Die größte Galaxiengruppe am Himmel ist die Virgo-Galaxiengruppe, die sich in einer Entfernung zwischen 45 und 60 Mio LJ befindet. Das ist natürlich viel zu wenig, als dass diese Galaxien als Kandidaten für die weiteste Entfernung in Betracht kommen. Allerdings findet man auch im Himmelsbereich der Virgo-Gruppe Galaxien, die viel weiter als 60 Mio LJ entfernt sind und vielleicht zu anderen Galaxiengruppen gehören oder alleinstehend sind. Hier ein Blick auf die Virgo-Galaxiengruppe mit der Markarianischen Kette:

    

Markarianische Kette und mehr - 14.5.2024, Mosaik, 2580s, bearbeitet, 2000p

 

Auswertung mit Nova.astrometry.net

Coma-Galaxiengruppe

Nördlich der Virgo-Gruppe liegt die Coma-Galaxiengruppe, und deren Mitglieder kommen schon viel eher als Kandidaten für die weiteste Entfernung in Betracht. Denn diese Galaxiengruppe befindet sich in etwa 300 Mio LJ Entfernung, und weil die Gruppe ausgedehnt ist, befinden sich manche ihrer Mitglieder sogar in bis zu 450 Mio LJ Entfernung. Also habe ich auf der Suche nach den am weitesten entfernten Galaxien zuerst in der Coma-Galaxiengruppe gesucht. Die beiden Hauptgalaxien NGC 4889 und NGC 4874 sind 291 und 321 Mio LJ entfernt und durchaus noch zu erkennen. Ihre Umgebung ist jedoch so voll von Galaxien, dass ich auf eine nähere Analyse verzichtet habe...

 

NGC 4889 und NGC 4874 (tiefer rechts) markiert

 

Auswertung mit nova.astrometry.net - groß

Insgesamt war meine Einschätzung, dass 300-500 Mio LJ (also etwa eine halbe Milliarde Lichtjahre) so in etwa die weiteste Entfernung ist, bis zu der ich Himmelsobjekte, sprich Galaxien, fotografieren kann, durchaus realistisch, aber weit jenseits von 300 Mio LJ nicht wirklich belegt...

Weiter entfernte Galaxien dank einer Kette von Zufällen gefunden!

Per Zufall habe ich im März 2026 einige Galaxien im Bereich um 300 Mio LJ gefunden, die sich visuell in der Nähe der Galaxie NGC 7331 (46 Mio LJ) befinden: NGC 7317 (304 Mio LJ), NGC 7335 (292 Mio LJ), NGC 7336 (403 Mio LJ), NGC 7337 (304 Mio LJ) und NGC 7340 (296 Mio LJ). Darunter bildet die Galaxie NGC 7336 mit sogar 403 Mio LJ Entfernung einen "Ausreißer". Das war nun erst einmal mein Rekordhalter!

    

NGC 7331, 5.11.2024 - 2000 (180 Frames = 30 min), Ausschnitt, bearbeitet

 

Auswertung mit nova.astrometry.net

Kurz darauf habe ich mich noch einmal mit mit den Galaxien M 95, M 96 und M 105 befasst. Diese hatte ich teilweise als Mosaik aufgenommen (Vespera, Vespera Pro), um alle drei Galaxien auf ein Foto zu bannen. Dabei erkannte nova.astrometry.net mehrfach die Galaxie IC 643 (309 Mio LJ) und auf einem Vespera Pro-Foto auch die Galaxie IC 648, die sogar 474 Millionen Lichtjahre entfernt sein soll:

    

M 95, M 96, M 105, und mehr, 10.5.2024 - Mosaik, bearbeitet, 2000p, 2940s

 

Auswertung mit nova.astrometry.net (IC 648 ist unten links)

Das hatte ich bisher nicht "zur Kenntnis" genommen, aber nun hatte ich einen neuen Entfernungsrekord gefunden! Fast eine halbe Milliarde Lichtjahre - und ein kaum zu erkennender, ganz schwacher Punkt auf dem Foto! Ich muss allerdings zugeben, dass ich IC 648 wohl nie auf dem Foto entdeckt hätte! Der Punkt ist dann doch zu mickerig...

Den nächsten "Schritt" in der Entfernungsskala habe ich dann auch nur per Zufall gefunden, nämlich im gerade aktuellen Heft der von mir abonnierten Zeitschrift "Astronomie - das Magazin" (Nr. 57). Darin bin ich auf eine Galaxie (2MFGC 8391) gestoßen, die durch den Spiralarm einer größeren und näheren Galaxie "durchguckt" (und wieder ist es M 96 im Leo (40 Mio LJ)!) und je nach Quelle zwischen 700 und 800 (meist knapp 800) Mio LJ entfernt ist (eine Quelle gibt allerdings nur 160 Mio LJ an...). Am besten habe ich diese Galaxie 2021 mit dem eVscope erwischt (M 96 mit 2MFGC 8391):

         

eVscope: M 96 mit 2MFGC 8391 (markiert), 8.3.2021, Ausschnitt, bearbeitet

 

eVscope: M 96 mit 2MFGC 8391 (markiert), 8.3.2021, Ausschnitt, alternativ bearbeitet

 

Vespera Pro: M 96 mit 2MFGC 8391 (markiert), 19.2.2025 - 30 min, Ausschnitt, bearbeitet und entrauscht (TP)

Damit war diese Galaxie vermutlich das am weitesten entfernte Objekt, das ich bisher fotografiert hatte. Viel, viel besser sieht diese Galaxie natürlich mit dem Hubble-Teleskop aus (de.wikipedia.org/wiki/Messier_96) - ich habe wohl nur den Kern als Pünktchen erwischt. Dieses Foto zeigt die Galaxie so gut, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, dass sie so weit entfernt sein soll... Und man sieht noch viele weitere kleine Galaxien, die vielleicht noch weiter entfernt sind!

Foto: Aufnahme des Very Large Telescopes von Messier 96 und 2MFGC 8391 (l.o) (Wikipedia)

Aber das war noch nicht das (vorläufige) Ende meiner Suche nach dem entferntesten Objekt auf meinen Fotos! Über einen Artikel in Spektrum der Wissenschaft von zwei Hobbyastronomen (mit einem hatte ich schon mal Kontakt) bin ich Ende März 2026 auf eine Galaxie gestoßen, die sogar gut eine Milliarde LJ entfernt ist (die am weitesten entfernte Galaxie, die die beiden fanden, ist gut 2 Mrd LJ entfernt). Auch diese befindet sich in der Nähe der schon genannten Galaxie NGC 7331 im Pegasus. Ich hatte mit dem Vespera Pro Fotos von NGC 7331 aufgenommen, aber ob man darauf wirklich etwas erkennen kann, ist sicher "Glaubenssache". Nach dem Entrauschen ist an der betreffenden Stelle jedenfalls ein winziger Punkt zu sehen. Aber dann habe ich noch einmal auf meine eVscope 2-Fotos geschaut, und wie schon bei 2MFGC 8391 ist das Ergebnis beim eVscope (2) besser (die eVscopes sind doch bessere Galaxienjäger...). Ich denke, das Pünktchen der Galaxie ist auf dem Foto rechts deutlich zu erkennen:

         

Vespera Pro: NGC 7331, 5.11.2024 - 30 min, Ausschnitt, ohne Entrauschen

 

Vespera Pro: NGC 7331, 5.11.2024 - 30 min, Ausschnitt, entrauscht mit vielen Artefakten

 

eVscope 2: NGC 7331 - 6.9.2023, 10 min, Ausschnitt

 

First Conclusions

Wie dem auch sei, nach einigen Zufällen und etwas Suche habe ich die weiteste Entfernung von Galaxien auf meinen Fotos von 300, auf knapp 500, auf knapp 800 und schließlich auf gut 1000 Millionen (= 1 Milliarde) Lichtjahre ausdehnen können. Ich denke, das reicht dann erst einmal ;)

 

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