Entfernungen von Deep Sky-Objekten auf meinen Fotos

Einführung | Arten von Deep-Sky-Objekten | Entfernungen von bekannteren Deep Sky-Objekten, die ich fotografiert habe | Fazit | Links

Auf dieser Seite gehe ich der Frage nach, wie weit entfernt die unterschiedlichen Arten von Himmelsobjekten (DSO) sind, die ich mit meinen elektronischen Teleskopen beobachten kann.

Hinweis:

 

Einführung

Zunächst möchte ich aufführen, welche Arten von Deep-Sky-Objekten ich mit meinen elektronischen Teleskopen beobachte (bzw. beobachten kann):

Daneben gibt es jede Menge weiterer Himmelsobjekte wie Planeten, Kometen, Monde, Asteroiden, Novae oder auch Quasare, die ich aber hier nicht weiter betrachten möchte. H-II-Gebiete werden weiter unten kurz erklärt.

Abgesehen von Galaxien und Supernovae in fremden Galaxien befinden sich alle diese Objekte innerhalb unseres Milchstraßensystems und sind deshalb auch nicht weiter entfernt als der Durchmesser der Milchstraße (etwa 100.000 Lichtjahre). Wobei das nicht ganz stimmt, denn der Halo der Milchstraße reicht wesentlich weiter, und in diesem befinden sich Kugelsternhaufen. Galaxien samt HII-Gebieten und Supernovae in fremden Galaxien sind dagegen mindestens einige Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Supernovae innerhalb unserer Milchstraße sind mir nicht bekannt, bzw. nicht von mir fotografiert worden. Die Supernova-Überreste, die ich bisher fotografieren konnte, z.B. der Krebsnebel M 1im Taurus und der Schleiernebel NGC 69960/6992/5 im Cygnus, befinden sich innerhalb unserer Galaxie.

Mit entsprechenden leistungsfähigen Teleskopen kann man Sterne, Sternhaufen und Nebel auch in fremden Galaxien beobachten (Ernest Hubble war der erste, der Sterne in einer fremden Galaxie fotografieren konnte). Dementsprechend sind sie in etwa so weit entfernt wie die entsprechende Galaxie. Mit meinen Teleskopen kann ich allerdings nur einige sogenannte HII-Gebiete fotografieren (zum Beispiel in den Galaxien M 33 und M 101), die Emissionsnebeln entsprechen.

Sterne werde ich im folgenden nicht behandeln. Letztenendes gilt für sie ähnliches wie für Sternhaufen, wobei die nächsten Sterne "nur" gut 4 Lichtjahre entfernt sind...

Im folgenden gebe ich die Entfernung für einige populäre Deep Sky-Objekte an, wobei ich mich an den Entfernungen als "Ordungskriterium" orientiere:

Diese Aufteilung mag etwas merkwürdig aussehen, aber macht meiner Meinung nach Sinn. Bei Bedarf werde ich diese Grenzen jedoch "anpassen" ;)

Die Entfernungen der DSO habe ich unterschiedlichen Quellen entnommen, wobei sich die Quellen oft nicht genau übereinstimmen und sich manchmal sogar richtiggehend widersprechen. Außerdem wurden die Entfernungsangaben im Laufe der Zeit verbessert und aktualisiert. Ich bitte deshalb, meine Entfernungsangaben nicht zu genau zu nehmen ;)

 

Arten von Deep-Sky-Objekten

Sternhaufen: Offene Sternhaufen, Kugelsternhaufen, Sternmuster

Offene Sternhaufen sind typischerweise relativ nahe DSO. Es gibt einen Zusammenhang zwischen den Sternen, der sich in der Nähe der Sterne zueinander und einer möglichen gemeinsamen Bewegung widerspiegelt. Sternmuster (Asterismen) sind dagegen nur dadurch gekennzeichnet, dass die Sterne uns benachbart erscheinen. Tatsächlich besteht zwischen ihnen kein Zusammenhang, und sie können sich in sehr unterschiedlichen Entfernungen befinden.

Offene Sternhaufen befinden sich, wohl im Frühstadium, oft in der Nähe galaktischer Nebel (die Sternentstehungsgebiete sind) und haben dementsprechend die gleiche Entfernungen wie diese. Ältere Sternhaufen (z.B. die Plejaden) haben die Nebel verloren und lösen sich zudem typischerweise auf.

Kugelsternhaufen sind Sternhaufen aus einer großen Zahl gravitativ aneinander gebundener Sterne, deren Dichte eine kugelsymmetrische Verteilung zeigt, indem sie vom Zentrum, wo die Sterne sehr dicht zusammenstehen, zum Rand in alle Richtungen gleichermaßen abnimmt. Typische Kugelsternhaufen enthalten mehrere hunderttausend Sterne. Kugelsternhaufen sind typischerweise sehr alt (viele Milliarden Jahre).

(Galaktische) Nebel, H-II-Gebiete (H-II-Regionen)

Ein (galaktischer) Nebel ist eine interstellare Wolke aus Gas und Staub, die sich innerhalb einer einzigen Galaxie (wie unserer Milchstraße) befindet.nZusammensetzung: Sie bestehen zu über 90 Prozent aus Wasserstoff und Helium. Arten: Man unterscheidet Emissionsnebel (leuchten selbst), Reflexionsnebel (reflektieren Sternenlicht) und Dunkelnebel/Dunkelwolken (schlucken das Licht, leuchten nicht).

Ein H-II-Gebiet (oder H-II-Region) ist ein leuchtender Emissionsnebel aus ionisiertem Wasserstoffgas, in dem aktive Sternentstehung stattfindet. Es kann sich in unserer Galaxis befinden, aber auch in anderen Galaxien. HII-Gebiete sind die einzigen Nebel, die ich mit meinen Teleskopen in fernen Galaxien fotografieren kann (z.B. in der Dreiecksgalaxie M 33 und in der Feuerradgalaxie M 101).

Planetarische Nebel

Planetarische Nebel sind das Ergebnis des Endes kleinerer Sterne, ausgelöst durch eine Nova, also eine Sternexplosion. Der Stern kollabiert dabei zu einem Neutronenstern, Zentralstern genannt, und wird danach von einer Nebelhülle umgeben. Planetarische Nebel sind meist nur einige Tausend Jahre alt.

Die meisten planetarischen Nebel sind visuell sehr klein (1' und kleiner...), aber es gibt auch einige visuell größere (Helixnebel NGC 7293, Hantelnebel M 27). Der Helixnebel NGC 7293 ist mit einer Entfernung von etwa 650 Lichtjahren einer der nächsten planetarischen Nebel und damit einer der mit dem größten scheinbaren Durchmesser /16' x 28'). Der Hantelnebel M 27 ist 8' x 6' groß und gut 1200 LJ entfernt.

Galaxien

Galaxien sind riesige Sternansamlungen wie unsere Milchstraße und die am weitesten entfernten Objekte, die ich mit meinen elektronischen Teleskopen beobachten kann. Die nächste Galaxie, die Andromeda-Galaxie M 31 ist 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt, die weisteste, die ich fotografieren konnte, mit gutem Willen gut eine Milliarde Lichtjahre.

Supernovae, Supernova-Überreste

Supernovae sind das Ergebnis des Endes größerer Sterne. Für kurze Zeit erreicht der Stern eine extreme Helligkeit, so dass Supernovae in fernen Galaxien in dieser Zeit mit Teleskopen fotografiert werden können. Supernovae in unserer Galaxie sind mir nicht bekannt.

Nach einer Supernova können Überreste verbleiben, die Nebeln ähnlen. Es gibt vermutlich viele Supernova-Überreste, aber diejenigen, die ich fotografiert habe, befinden sich innerhalb unserer Milchstraße (z.B. Krebsnebel M 1, Schleiernebel NGC 6960/6992/5).

 

Entfernungen von bekannteren Deep Sky-Objekten, die ich fotografiert habe

Im folgenden gebe ih die Entfernungen für eine Reihe von bekannteren Deep Sky-Objekten, die ich fotografiert habe, an. Dabei ordne ich die Objekte gemäß der oben angegebenen Entfernungsskala.

Bis 1000 Lichtjahre

In diesem Entfernungsbereich sind vor allem visuell größere offene Sternhaufen (OS) und visuell große planetarische Nebel (PN) zu finden. Mal sehen, ob ich noch weitere Objekte ergänzen kann...

         

OS: Mel 25 (Hyaden), 29.1.2024 - groß (150 LJ)

 

OS: M 45, 50 min, 5.2.2026 - Original (440 LJ)

 

OS: M 44, 19.3.2026 - Original (610 LJ)

       
        PN: NGC 7243, 1.11.2022 - groß (650 LJ)

Weitere nahe und visuell große offene Sternhaufen, dier man am besten mit dem Fernglas beobachtet, sind: Melotte 111 (Coma-Sternhaufen; 290 LJ), Melotte 20 (Mirfak-Haufen, Perseus-Bewegungshaufen; 550 LJ)

1.000 bis 10.000 Lichtjahre

In diesem Entfernungsbereich sind offene Sternhaufen, galaktische und planetarische Nebel sowie Supernovaüberreste (SR) zu finden, aber auch der der erdnächste Kugelsternhaufen M 4. Im Grunde ist dies der interessanteste Entfernungsbereich, weil fast alle DSO-Typen hier vorkommen.

      

PN: M 27, 25.8.2025 - 1200 (1.200 LJ)

 

GN: M 78 mit NGC 2071, 19.1.2026 - Original (1.200 LJ)

 

GN: M 42/43, 19.1.2026 - groß (1.350 LJ)

   

OS: NGC 752 (C 28), 24.1.2024 - Original (1.500 LJ)

 

OS: M 6 - 9.8.2020 (1.600 LJ)

 

GN: NGC 7000 & IC 5070, 18.9.2025 - 2000 (2.000 LJ)

   

SR: NGC 6992/5, 26.12.2024 - 2000 (2.000 LJ)

 

PN: M 57 - 8.7.2024, 1800p (2.570 LJ)

 

OS: M 35 mit NGC 2158, 26.4.2026 - Original (2.600 LJ)

   

OS: M 50 5.3.2025 - 2000 (3.000 LJ)

 

OS: M 38, 13.2.2023 - Original (3.500 LJ)

 

PN: M 76 - 5.11.2024, 2000 (4.000 LJ)

      

OS: M 37, 13.2.2023 - Original (4.500 LJ)

 

GN: NGC 2237/2244, 9.2.2026, Original (4.700 LJ)

 

GN: M 20 - 18.7.2021 (5.000 LJ)

   

GN: M 8 - 6.8.2024, 2100p (5.200 LJ)

  OS: M 11, 30.8.2025 - 1200 (6.000 LJ)  

SR: M 1, 18.2.2025 - 1800 (6.200 LJ)

   

KS: M 4 - 29.5.2020 (7.200 LJ)

 

OS: M 103, 5.3.2025 - (7.200 LJ)

 

OS: NGC 7789, 25.8.2024 - 1800p (7.600 LJ)

   

OS: NGC 884/869, 4.11.2024 - 2000 (7.600/6.800 LJ)

 

GN: NGC 7635, 31.8.2025 - 1200p (8.800 LJ)

 

OS: NGC 457, 5.11.2024 - 2000 (9.400 LJ)

       

GN: NGC 281, 29.8.2024 - 1800p (9.500 LJ)

       

10.000 bis 100.000 Lichtjahre

In diesem Entfernungsbereich sind anscheinend nur Kugelsternhaufen (KS) zu finden. Sie befinden sich im Halo der Milchstraße und nicht in der Scheibe. Der (inzwischen nicht mehr...) am weitesten entfernte Kugelsternhaufen ist der Intergalaktische Wanderer NGC 2419 - er ist noch weiter entfernt (285.000 LJ)! Der erdnächste Kugelsternhaufen ist M 4 im Bereich 1.000 - 10.000 Lichtjahre Entfernung (7.200 LJ).

   

KS: M 22 - 18.7.2021 (10.000 LJ)

 

KS: M 71, 25.8.2025 - 1200p (13.000)

 

KS: M 10, 25.8.2025 - 1200p (14.000 LJ)

       

M 35 mit NGC 2158, 26.4.2026 - Original, (NGC 2156: 16.200 LJ)

       
      

KS: M 12, 25.8.2025 - 1200p (18.000 LJ)

 

KS: M 28 - 18.7.2021 (20.000 LJ)

 

KS: M 13, 24.8.2025 - 1200p (24.000 LJ)

   

KS: M 5, 25.8.2025 - 1200p (25.000 LJ)

 

KS: M 92, 24.8.2025 - 1200p (25.000 LJ)

 

KS: M 56, 25.8.2025 - 1200p (31.000 LJ)

      

KS: M 3, 25.8.2025 - 1200p (32.000 LJ)

 

KS: M 2, 25.8.2025 - 1200p (37.000 LJ)

 

KS: NGC 6934, 25.8.2025 - 1200p, (48.000 LJ)

   

KS: M 72 - 23.10.2021 (55.000 LJ)

 

KS: M 75 - 23.10.2021 (59.000 LJ)

 

KS: M 54 - 9.8.2020 (70.000 LJ)

100.000 - 1 Million Lichtjahre

In diesem Entfernungsbereich habe ich nur einen Kugelsternhaufen fotografiert, den Intergalaktischen Wanderer NGC 2419, den (lange Zeit) am weitesten entfernten Kugelsternhaufen unserer Milchstraße; inzwischen wurden weitere gravitativ an die Milchstraße gebundene Kugelsternhaufen gefunden, die noch weiter entfernt sind als NGC 2419. Früher nahm man sogar an, dass er sich außerhalb der Milchstraße befinden würde (was aber nicht stimmt), daher der Name...

KS: NGC 2419, 25.3.2024 - groß (285.000 LJ)

Unsere eigene Galaxie, die Milchstraße, ist von mehreren Zwerggalaxien umgeben, von denen die Große und die Kleine Magellansche Wolke am bekanntesten sind. Die Große Magellansche Wolke ist etwa 160.000 Lichtjahre entfernt, die Kleine Magellansche Wolke etwa 200.000 Lichtjahre. Beide sind am Südhimmel mit bloßem Auge sichtbar (Quelle).

1 bis 5 Millionen Lichtjahre

In diesem Entfernungsbereich sind nur noch Galaxien zu finden, wobei einige kleinere Galaxien, wie schon erwähnt, nur wenige 100.000 Lichtjahre entfernt sind. Die nächsten größeren Galaxien (Andromeda-Galaxie M 31, Dreiecksgalaxie M 33) sind aber schon mehr als 2 Millionen Lichtjahre entfernt. Bisher konnte ich noch keine weitere Galaxie in diesem Entfernungsbereich finden...

    

G: M 31, 5.2.2026 - Original (2,5 Mio. LJ)

  G: M 33 - 15.1.2026 (2,76 Mio. LJ)

5 bis 25 Millionen Lichtjahre

In diesem Entfernungsbereich sind einige größere Einzelgalaxien zu finden wie die Feuerrad-Galaxie M 101, die Bode- und Zigarrengalaxie M 81/82 und die Strudelgalaxie M 51.

         

G: M 81/82, Aug 31, 2025 - 2000p (beide 11 Mio. LJ))

 

G: M 101, 24.8.2025 - 1200p (21,6 Mio LJ)

 

G: M 51, 24.8.2025 - 1200p (24/25 Mio. LJ)

25 bis 100 Millionen Lichtjahre

In diesem Entfernungsbereich gibt es noch einzeln stehende Galaxien wie M 108 oder die Kette M 58, M 59 und M 60. Einige Galaxien sind noch relativ groß. Teilweise sind die Galaxien aber auch schon klein und undifferenziert, wobei elliptische Galaxien, die hier häufig vorkommen, ohnehin undifferenziert sind. Viele Galaxien in diesem Bereich befinden sich in Galaxienhaufen, insbesondere im Virgo-Galaxienhaufen (40-60 Millionen Lichtjahre entfernt). Andere Galaxienhaufen, wie der Coma-Galaxienhaufen, sind wesentlich weiter entfernt (300-500 Millionen Lichtjahre).

Bei den Feuerradgalaxie M 101 befinden sich mehrere Galaxien, die knapp 100 Millionen Lichtjahre entfernt sind: NGC 5422 (87 Mio. LJ), NGC 5473 (96 Mio. LJ), NGC 5484 (96 Mio. LJ), NGC 5485 (92 Mio. LJ).

      
G: M 64, 14.5.2024 - 2000p (22 Mio. LJ)  

G: M 63, 13.5.2024 - 2000p (30 Mio. LJ)

 

G: M 108 - 1.6.2021 (45 Mio. LJ)

      

G: M 60, M 59 und M 58, 9.5.2026 - Original (66, 52, 54 Mio. LJ)

 

G: M 84 und 86, 1.4.2025 - 2000p (beide 60 Mio. LJ)

 

G: M 98, 4.4.2025 - 1800 (60 Mio LJ)

       

G: M 101 & Co, 27.3.2025 - 2000p (87-96 Mio. LJ)

       

100 bis 600 Millionen Lichtjahre

In diesem Entfernungsbereich werden die Galaxien noch kleiner und befinden sich typischerweise in Galaxienhaufen wie dem Coma-Galaxienhaufen (300-500 Millionen Lichtjahre entfernt) und dem Herkules-Galaxienhaufen (500 Millionen Lichtjahre entfernt). Während ich bei M 101 Galaxien fand, die kanpp 100 Millionen Lichtjahre entfernt sind, fand ich bei M 102 zwei Galaxien (NGC 5908/05), die gut 150 Millionen Lichtjahre entfernt sind. Noch weiter entferntere Galaxien befinden sich in den bereits genannten Galaxienhaufen.

150 Millionen Lichtjahre bei M 102...

G: M 102 mit NGC 5908/05, 6.4.2025 - 154/158 Mio. LJ (M102 40 Mio. LJ)

Coma-Galaxiengruppe (300 Millionen Lichtjahre)

Nördlich der Virgo-Gruppe liegt die Coma-Galaxiengruppe; diese Galaxiengruppe befindet sich in etwa 300 Mio LJ Entfernung, und weil die Gruppe ausgedehnt ist, befinden sich manche ihrer Mitglieder sogar in bis zu 450 Mio LJ Entfernung. Die beiden Hauptgalaxien NGC 4889 und NGC 4874 sind 291 und 321 Mio LJ entfernt und durchaus noch zu erkennen.

    

G: NGC 4889 und NGC 4874 (tiefer rechts) markiert (291 und 321 LJ)

 

Auswertung mit nova.astrometry.net - groß

Stephans Quintett (300 Millionen Lichtjahre) und Nachbarschaft (bis zu 400 Millionen Lichtjahre, knapp 500 Millionen Lichtjahre)

Per Zufall habe ich im März 2026 einige Galaxien im Bereich um 300 Mio LJ gefunden (Stephans Quintett), die sich visuell in der Nähe der Galaxie NGC 7331 (46 Mio LJ) befinden: NGC 7317 (304 Mio LJ), NGC 7335 (292 Mio LJ), NGC 7336 (403 Mio LJ), NGC 7337 (304 Mio LJ) und NGC 7340 (296 Mio LJ). Darunter bildet die Galaxie NGC 7336 mit sogar 403 Mio LJ Entfernung einen "Ausreißer".

    

G: NGC 7331 und Stephans Quintett, 5.11.2024 - 2000 (46 Mio LJ, um 300 Mio. LJ)

 

Auswertung mit nova.astrometry.net

Die Galaxie IC 648 in der Nähe von Stephans Quintett soll sogar 474 Millionen Lichtjahre entfernt sein:

    

G: M 95, M 96, M 105, und mehr, 10.5.2024, 2000p (474 Mio. LJ)

 

Auswertung mit nova.astrometry.net (IC 648 ist unten links)

Herkules-Galaxienhaufen (Abell 2151, NGC 6041)

Abell 2151 (kurz A2151), auch als Herkules-Galaxienhaufen bezeichnet, ist ein etwa 500 Millionen Lichtjahre entfernter Galaxienhaufen im Sternbild Herkules. A2151 erstreckt sich am Himmel über etwa 1°, weist eine komplexe Struktur auf und hat keine zentrale Galaxie. Hellstes Mitglied ist NGC 6041 (472 Millionen LJ entfernt).

         

G: NGC 6041/Abell 2151 - 20.8.2021, stärker aufgehellt

 

Auswertung mit nova.astrometry.net

 

Auswertung mit nova.astrometry.net

600 Millionen bis mehr als eine Milliarde Lichtjahre

Galaxien aus diesem Entfernungsbereich sind auf meinen Fotos bestenfalls noch als kleine Pünktchen zu erkennen, wenn überhaupt noch. Trotzdem bilde ich mir ein, sogar eine Galaxie fotografiert zu haben, die sich in einer Entfernung von mehr als 1 Milliarde Lichtjahren befindet (WISEA J223640.87+341319) sowie eine in knapp 800 Millionen Lichtjahren Entfernung (2MFGC 8391). Für Details siehe Seite Weiteste Entfernungen von Deep Sky-Objekten auf meinen Fotos.

Galaxie 2MFGC 8391 (fast 800 Millionen Lichtjahre entfernt)

         

G (eVscope): M 96 mit 2MFGC 8391 (markiert), 8.3.2021 (knapp 800 LJ)

 

G (eVscope): M 96 mit 2MFGC 8391 (markiert), 8.3.2021 (knapp 800 LJ)

 

G (Vespera Pro): M 96 mit 2MFGC 8391 (markiert), 19.2.2025 (knapp 800 LJ)

Galaxie WISEA J223640.87+341319 (1,09 Milliarden Lichtjahre entfernt)

         

G (Vespera Pro): NGC 7331 mit WISEA J223640.87+341319, 5.11.2024 (1,09 Mrd LJ)

 

G (Vespera Pro): NGC 7331 mit WISEA J223640.87+341319, 5.11.2024 (1,09 Mrd LJ)

 

G (eVscope 2): NGC 7331 mit WISEA J223640.87+341319 - 6.9.2023 (1,09 Mrd LJ)

 

Fazit

Wenn man meine Entfernungsskala anschaut, kann man sagen, dass sich die meisten (ameteur)fotografisch interessanten Objekte (Nebel, planetarische Nebel, offene Sternhaufen, Sterne) innerhalb eines Radius von 10.000 Lichtjahren befinden, darunter befindet sich zumindest auch ein Kugelsternhaufen (M 4). Im Bereich von 10.000 bis 100.000 Lichtjahren befinden sich nur noch Kugelsternhaufen, mit einigen Ausreißern auch darüber hinaus. Jenseits von 100.000 Lichtjahren findet man, von einigen Kugelsternhaufen abgesehen, nur noch Galaxien, die man mehr oder weniger detailreich sehen kann und deren "Innenleben" man je nach Teleskop teilweise noch aufdecken kann. Abgesehen von HII-Regionen habe ich keine weiteren DSO in fernen Galaxien entdecken können. Professionelle Teleskope sehen da deutlich mehr! Das "Galaxienfenster" reicht bei mir mit gutem Willen bis zu gut einer Milliarde Lichtjahren. Objekte in 300, 500 oder gar 800 Millionen Lichtjahren sind auf meinen Fotos allerdings, und nicht unerwartet, schwer auszumachen.

Letztendlich scheint es keine klaren Regeln zu geben, wo sich Nebel, planetarische Nebel oder offene Sternhaufen befinden. Das scheint alles unter 10.000 Lichtjahren zu liegen. Danach kommen dann die Bereiche, in denen sich Kugelsternhaufen und Galaxien befinden.

 

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